Woran erkennt man minderwertige Rasensamen-Mischungen im Handel?

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Minderwertige Rasensamen-Mischungen erkennt man oft erst, wenn sie bereits im Garten sprießen – doch mit einem genauen Blick auf die Verpackung und das Kleingedruckte lassen sie sich schon im Laden entlarven.

Hier sind die wichtigsten Merkmale, an denen du minderwertige Mischungen erkennst:

1. Das fehlende RSM-Siegel (Wichtigstes Merkmal)

In Deutschland gibt es die RSM (Regel-Saatgut-Mischungen). Diese Mischungen sind staatlich geprüft und für bestimmte Zwecke (z. B. Spiel- und Gebrauchsrasen RSM 2.3) optimiert.

  • Minderwertig: Hat kein RSM-Logo oder keinen Hinweis auf eine RSM-Zertifizierung.
  • Hochwertig: Trägt das RSM-Siegel. Das garantiert, dass nur Sorten enthalten sind, die für Rasenflächen (und nicht für die Landwirtschaft) gezüchtet wurden.

2. Der Name „Berliner Tiergarten“

Dies ist die klassische Falle für Hobbygärtner. „Berliner Tiergarten“ ist kein geschützter Begriff und keine Qualitätsbezeichnung.

  • Das Problem: Unter diesem Namen werden oft billige Agrargräser (Futtergräser) verkauft. Sie wachsen extrem schnell in die Höhe, bilden aber keine dichte Grasnarbe und sterben nach wenigen Jahren oft ab.

3. Verwendung von Futtergräsern (Agrar-Sorten)

Schau auf die Liste der Inhaltsstoffe (meist ein kleiner weißer Aufkleber auf der Seite oder Unterseite). Minderwertige Mischungen enthalten Gräser, die eigentlich für die Viehhaltung (Heu- und Silagegewinnung) gezüchtet wurden.

  • Achte auf: Lolium perenne (Deutsches Weidelgras) ist zwar ein tolles Rasengras, aber es gibt davon Futter-Sorten und Rasen-Sorten.
  • Woran erkennt man den Unterschied? Bei hochwertigen Mischungen steht hinter dem botanischen Namen oft der Name der Zuchtsorte in Anführungszeichen, z. B. Lolium perenne 'Loretta'. Fehlen diese Sortennamen komplett, handelt es sich meist um billige Massenware.

4. Ein extrem niedriger Preis

Guter Rasensamen ist teuer in der Zucht und Ernte.

  • Minderwertig: 10 kg für 15 bis 25 Euro. Hier kannst du fast sicher sein, dass schnellwüchsige Futtergräser enthalten sind.
  • Hochwertig: Kostet oft das Doppelte oder Dreifache. Dafür musst du seltener mähen und hast keinen lückigen Rasen.

5. Zu hoher Anteil an Weidelgras (Lolium perenne)

Lolium perenne keimt sehr schnell (nach ca. 7–10 Tagen). Billig-Mischungen bestehen oft zu 80 % oder mehr daraus, damit der Kunde schnell ein „grünes Ergebnis“ sieht.

  • Das Problem: Ein langlebiger Rasen braucht auch langsam keimende, aber robuste Arten wie Poa pratensis (Wiesenrispe) oder Festuca rubra (Rotschwingel). Eine gute Mischung ist ausgewogen.

6. Fehlende Deklaration der Anteile

Auf jeder Saatgutpackung muss in der EU ein grünes Etikett (oder ein entsprechender Aufdruck) kleben, das die genauen prozentualen Anteile der enthaltenen Gräser auflistet.

  • Verdächtig: Wenn diese Liste fehlt oder extrem vage bleibt (z.B. nur „Rasensamen-Mischung“ ohne Sortenauflistung).

Zusammenfassung: Worauf du achten solltest (Checkliste)

  • Steht RSM auf der Packung?
  • Sind spezifische Sortennamen (z. B. 'Barcampsia', 'Europitch') angegeben?
  • Ist die Mischung für den Zweck geeignet (z. B. „Schattenrasen“ oder „Sport- und Spielrasen“)?
  • Vermeide reine Billigangebote ohne Zertifizierung und Mischungen, die nur auf schnelles Wachstum ausgelegt sind.

Fazit: Wer billig kauft, kauft beim Rasen oft doppelt. Billiggras wächst so schnell, dass man ständig mähen muss, es bildet keine dichte Matte (Moos und Unkraut haben leichtes Spiel) und es ist meist nicht trittfest.

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