Woran erkennt man, dass eine Mullbinde nicht mehr verwendet werden sollte?
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Es gibt klare Anzeichen dafür, dass eine Mullbinde ihre Funktion nicht mehr erfüllt oder sogar ein Gesundheitsrisiko darstellt. Man unterscheidet hierbei zwischen sterilen und nicht-sterilen Mullbinden.
Hier sind die wichtigsten Kriterien:
1. Das Ablaufdatum (MHD)
Jedes Verbandmaterial hat ein Verfallsdatum (oft erkennbar an einem Symbol mit einer Eieruhr).
- Warum wichtig? Bei sterilen Mullbinden garantiert der Hersteller nur bis zu diesem Datum, dass die Packung keimfrei ist. Zudem altert das Material.
- Wann entsorgen? Wenn das Datum überschritten ist, sollte die Binde nicht mehr für offene Wunden verwendet werden.
2. Beschädigte Verpackung
Dies ist der wichtigste Punkt für sterile Mullbinden.
- Anzeichen: Ein kleiner Riss, ein Loch oder eine gelöste Naht an der Papier-/Plastikhülle.
- Folge: Sobald die Verpackung beschädigt ist, gilt die Binde als unsteril. Sie darf dann nicht mehr direkt auf eine offene Wunde gelegt werden, da Keime eingedrungen sein könnten.
3. Feuchtigkeit und Flecken
- Anzeichen: Wenn die Verpackung Wasserflecken aufweist, sich klamm anfühlt oder Stockflecken (kleine schwarze Punkte/Schimmel) sichtbar sind.
- Folge: Feuchtigkeit ist ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze. Solches Material gehört sofort in den Müll.
4. Verfärbungen und Materialveränderungen
- Vergilbung: Eine starke Gelbfärbung deutet darauf hin, dass die Binde zu viel UV-Licht ausgesetzt war oder die Baumwollfasern/Kunstfasern zersetzt sind.
- Brüchigkeit: Wenn das Material beim Anfassen staubt, fasert oder leicht reißt, hat es seine Festigkeit verloren. Es könnte Fusseln in die Wunde abgeben, was die Heilung stört.
- Geruch: Ein muffiger oder chemischer Geruch ist ein Warnsignal für Zersetzung oder falsche Lagerung.
5. Verlust der Elastizität
Viele moderne Mullbinden sind "elastische Fixierbinden".
- Test: Ziehen Sie die Binde leicht auseinander. Wenn sie ausgeleiert ist und sich nicht mehr zusammenzieht, bietet sie keinen sicheren Halt mehr für den Verband.
- Klebrigkeit: Alte elastische Binden können manchmal "pappig" oder klebrig werden, wenn die Gummifäden im Inneren schmelzen oder sich zersetzen.
6. Vorheriger Gebrauch
- Mullbinden sind in der Regel Einwegprodukte.
- Sobald eine Binde einmal benutzt wurde (besonders wenn sie Kontakt mit Wundsekret, Blut oder Salben hatte), sollte sie nicht gewaschen und wiederverwendet werden. Die Struktur verändert sich beim Waschen, und die hygienische Sicherheit ist nicht mehr gegeben.
Zusammenfassung: Wann darf man sie noch benutzen?
- Für offene Wunden: Nur, wenn sie steril, originalverpackt und haltbar ist.
- Zur Fixierung von Schienen oder über einem Pflaster: Hier kann eine abgelaufene (aber saubere und trockene) Binde im Notfall noch verwendet werden, sofern sie noch stabil ist.
Tipp: Kontrollieren Sie alle ein bis zwei Jahre Ihren Erste-Hilfe-Kasten im Auto oder im Haus und tauschen Sie abgelaufenes Material konsequent aus.