Wie verhindert man, dass eine Mullbinde direkt mit der Wundoberfläche verklebt?

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Dass eine Mullbinde oder eine herkömmliche Kompresse mit der Wunde verklebt, ist ein häufiges Problem. Wenn das Wundsekret (Wundwasser oder Blut) in die Maschen des Gewebes trocknet, wirkt die Binde wie ein Klettverschluss.

Hier sind die effektivsten Methoden, um das Verkleben zu verhindern:

1. Salbenkompressen (Wunddistanzgitter) – Die gängigste Lösung

Dies sind grobmaschige Gitter (meist aus Baumwolle oder Kunststoff), die mit einer neutralen Salbenmasse (oft auf Paraffinbasis) imprägniert sind.

  • Wirkung: Sie bilden eine Trennschicht zwischen Wunde und Verbandsmaterial. Das Wundsekret kann durch die Maschen in die darüberliegende Saugkompresse abfließen, aber die Fasern der Kompresse kommen nicht direkt mit der Wunde in Kontakt.
  • Bekannte Produkte: z. B. Lomatuell H, Grassolind oder Jelonet.

2. Silikon-Wunddistanzgitter

Diese modernen Gitter sind mit einer dünnen Silikonschicht überzogen.

  • Vorteil: Sie haften sanft auf der gesunden Haut um die Wunde, verkleben aber absolut nicht mit der feuchten Wundoberfläche. Sie können oft mehrere Tage auf der Wunde bleiben, während nur der äußere Verband gewechselt wird.
  • Bekannte Produkte: z. B. Mepitel.

3. Beschichtete Kompressen

Verwenden Sie anstelle von einfacher Mull-Gaze spezielle beschichtete Kompressen.

  • Aluminiumbeschichtung: Diese Kompressen haben eine glänzende Seite, die mit Aluminium bedampft ist. Sie sind sehr glatt und verkleben kaum. (Wichtig: Die glänzende Seite muss auf die Wunde!). Beispiel: Metalline.
  • Folienbeschichtung: Es gibt Kompressen mit einer perforierten Kunststofffolie auf einer Seite, die das Anhaften verhindert.

4. Hydrogele oder Wundsalben

Wenn Sie keine speziellen Kompressen zur Hand haben, kann eine dicke Schicht Wund- und Heilsalbe (z. B. mit dem Wirkstoff Panthenol) oder ein Hydrogel helfen.

  • Wirkung: Das Gel/die Salbe hält die Wunde feucht. Ein feuchtes Wundmilieu ist die beste Prophylaxe gegen Verkleben.
  • Achtung: Verwenden Sie keine Puder, da diese mit dem Wundsekret verklumpen und erst recht zu Verkrustungen führen.

5. Die richtige Fixierung

Eine Mullbinde sollte nie direkt auf die offene Wunde gewickelt werden. Die Reihenfolge sollte immer sein:

  1. Wundauflage (nicht klebend, siehe oben)
  2. Saugmaterial (falls die Wunde nässt)
  3. Fixierung (Mullbinde, Pflaster oder Schlauchverband)

Was tun, wenn die Binde bereits verklebt ist?

Reißen Sie den Verband niemals mit Gewalt ab! Das zerstört das neu gebildete Gewebe und reißt die Wunde wieder auf.

  1. Einweichen: Tränken Sie die festsitzende Stelle großzügig mit steriler Kochsalzlösung (0,9 %) oder Ringerlösung. Wenn nichts anderes da ist, verwenden Sie abgekochtes, lauwarmes Wasser.
  2. Geduld: Warten Sie einige Minuten, bis die Verkrustungen weich geworden sind.
  3. Vorsichtiges Lösen: Lösen Sie den Verband erst, wenn er fast von selbst abfällt.

Hinweis: Bei sehr großen, tiefen oder stark verschmutzten Wunden sowie bei Anzeichen einer Infektion (Rötung, Pochen, Eiter) sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.