Wie wirkt sich die enthaltene Phosphorsäure auf den menschlichen Körper aus?

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Phosphorsäure (in der Lebensmittelindustrie als Zusatzstoff E 338 bekannt) kommt vor allem in Softgetränken (besonders Cola), Schmelzkäse, Fleischwaren und Instant-Produkten vor. Während Phosphor ein lebenswichtiger Mineralstoff ist, kann ein Übermaß an zugesetzter Phosphorsäure negative Auswirkungen auf den Körper haben.

Hier sind die wichtigsten Auswirkungen im Detail:

1. Auswirkungen auf die Knochen (Kalzium-Phosphat-Haushalt)

Dies ist einer der kritischsten Punkte. Der Körper benötigt ein ausgewogenes Verhältnis von Kalzium und Phosphat.

  • Kalziumräuber: Wenn man sehr viel Phosphorsäure aufnimmt (z. B. durch hohen Colakonsum), steigt der Phosphatspiegel im Blut. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, löst der Körper Kalzium aus den Knochen, um das Phosphat zu neutralisieren.
  • Osteoporose-Risiko: Langfristig kann dies die Knochendichte verringern und das Risiko für Knochenbrüche und Osteoporose erhöhen, besonders wenn gleichzeitig zu wenig Kalzium (z. B. durch Milchprodukte oder grünes Gemüse) aufgenommen wird.

2. Schädigung des Zahnschmelzes

Phosphorsäure ist eine starke Säure mit einem sehr niedrigen pH-Wert (in Cola liegt er bei etwa 2,5).

  • Erosion: Die Säure greift den Zahnschmelz direkt an und löst Mineralien aus der Zahnstruktur heraus. Dies macht die Zähne weicher, empfindlicher und anfälliger für Karies. Da Softdrinks oft auch viel Zucker enthalten, verstärkt sich der schädigende Effekt auf die Zähne massiv.

3. Belastung der Nieren

Die Nieren sind dafür zuständig, überschüssiges Phosphat aus dem Blut zu filtern und über den Urin auszuscheiden.

  • Nierensteine: Ein hoher Phosphorsäurespiegel im Urin begünstigt die Bildung von Nierensteinen (insbesondere Kalziumphosphatsteinen).
  • Chronische Nierenerkrankungen: Bei Menschen, die bereits eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, kann eine hohe Phosphatzufuhr die Verschlechterung der Nierenwerte beschleunigen, da das Organ mit der Ausscheidung überfordert ist.

4. Gefäßveränderungen und Herz-Kreislauf-System

Neuere Studien deuten darauf hin, dass hohe Mengen an anorganischen Phosphaten (wie E 338) die Innenwände der Blutgefäße schädigen können.

  • Verkalkung: Es kann zu Ablagerungen in den Gefäßen kommen (ähnlich wie bei einer Arterienverkalkung), was das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöht.

5. Unterschied: Natürliches Phosphat vs. Phosphorsäure

Es ist wichtig zu unterscheiden:

  • Organisches Phosphat (in Nüssen, Hülsenfrüchten, Fleisch): Wird vom Körper nur zu etwa 40–60 % aufgenommen.
  • Anorganische Phosphorsäure (Zusatzstoff E 338): Wird fast zu 100 % direkt ins Blut aufgenommen. Deshalb sind die künstlichen Zusätze in verarbeiteten Lebensmitteln deutlich problematischer als natürliches Phosphat in unverarbeiteten Lebensmitteln.

Fazit und Empfehlung

In geringen Mengen ist Phosphorsäure für gesunde Menschen unbedenklich. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat jedoch die tägliche Höchstmenge (ADI-Wert) für Phosphate gesenkt, da die heutige Ernährung oft zu viel davon enthält.

Tipp: Wer seine Knochen und Nieren schützen möchte, sollte den Konsum von Cola und stark verarbeiteten Fertigprodukten einschränken und stattdessen auf Wasser oder Tee sowie frische Lebensmittel setzen. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft: Steht dort „Phosphorsäure“ oder „E 338“, ist Vorsicht bei großen Mengen geboten.

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