Wie wirken sich abgelaufene Teststreifen auf die Genauigkeit des Blutzuckermessgeräts aus?

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Die Verwendung abgelaufener Teststreifen kann die Genauigkeit der Blutzuckermessung erheblich beeinträchtigen. In der Regel führt dies zu unzuverlässigen Ergebnissen, was gefährliche Folgen für das Diabetes-Management haben kann.

Hier sind die wichtigsten Auswirkungen und Gründe im Detail:

1. Chemischer Abbau der Enzyme

Teststreifen enthalten empfindliche Enzyme (wie Glukose-Oxidase oder Glukose-Dehydrogenase) und Mediatoren, die mit dem Zucker im Blut reagieren, um einen elektrischen Strom oder eine Farbveränderung zu erzeugen.

  • Das Problem: Diese Chemikalien zersetzen sich mit der Zeit – selbst wenn die Dose noch originalverpackt ist. Nach Ablauf des Verfallsdatums ist die chemische Reaktion nicht mehr stark genug oder stabil.

2. Tendenziell zu niedrige Messwerte

In den meisten Fällen führen abgelaufene Teststreifen zu falsch niedrigen Werten. Da die Enzyme weniger aktiv sind, reagieren sie schwächer auf den Zucker im Blut, und das Gerät zeigt einen niedrigeren Wert an, als tatsächlich im Körper vorhanden ist.

  • Gefahr: Man wiegt sich in falscher Sicherheit (z. B. bei einer Hyperglykämie/Überzuckerung) und spritzt kein oder zu wenig Insulin.

3. Unvorhersehbare Schwankungen

Es gibt keine Garantie, dass die Abweichung konstant ist. Ein Teststreifen kann einen fast richtigen Wert liefern, der nächste aus derselben Packung jedoch einen völlig falschen. Diese Unvorhersehbarkeit macht eine sichere Dosierung von Medikamenten unmöglich.

4. Fehlermeldungen des Geräts

Moderne Messgeräte sind oft so programmiert, dass sie das Ablaufdatum erkennen (entweder über einen integrierten Chip im Teststreifen-Container oder durch die manuelle Eingabe des Codes).

  • In diesem Fall verweigert das Gerät die Messung komplett und zeigt eine Fehlermeldung an (z.B. "E-2" oder "Expired").

5. Einfluss von Umgebungsfaktoren

Sobald die Dose geöffnet wurde, spielt das Ablaufdatum eine noch größere Rolle. Feuchtigkeit und Sauerstoff dringen ein und beschleunigen den Verfall der Enzyme. Abgelaufene Streifen sind oft schon so weit korrodiert oder oxidiert, dass sie extrem empfindlich auf Luftfeuchtigkeit reagieren.


Was sind die Risiken für Sie?

Die größte Gefahr ist eine falsche Behandlungsentscheidung:

  • Bei falsch niedrigen Werten: Sie erkennen eine gefährliche Überzuckerung (Hyperglykämie) nicht und riskieren langfristige Schäden oder eine Ketoazidose.
  • Bei falsch hohen Werten (seltener): Sie spritzen Insulin, obwohl Ihr Wert eigentlich normal ist, was zu einer gefährlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen kann.

Empfehlungen

  1. Datum prüfen: Checken Sie regelmäßig das Verfallsdatum auf der Packung.
  2. Lagerung: Bewahren Sie die Streifen immer in der Originaldose auf und verschließen Sie diese sofort nach der Entnahme. Hitze, Kälte und Feuchtigkeit (z.B. im Badezimmer) verkürzen die Haltbarkeit zusätzlich.
  3. Entsorgung: Verwenden Sie abgelaufene Teststreifen nicht mehr. Die Ersparnis steht in keinem Verhältnis zum gesundheitlichen Risiko.
  4. Kontrolllösung: Wenn Sie unsicher sind, ob eine Packung (die noch haltbar ist) noch korrekt funktioniert, führen Sie eine Messung mit der entsprechenden Kontrolllösung des Herstellers durch.

Fazit: Ein abgelaufener Teststreifen ist wie ein verblasstes Lineal – man kann zwar noch etwas ablesen, aber man kann sich nicht darauf verlassen, dass das Maß stimmt. Im Zweifelsfall: Wegwerfen und eine neue Packung öffnen.