Welchen Einfluss haben verschmutzte Hände auf das Messergebnis eines Blutzuckermessgeräts?

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Verschmutzte Hände haben einen erheblichen Einfluss auf das Messergebnis eines Blutzuckermessgeräts und sind eine der häufigsten Ursachen für Fehlmessungen im Alltag.

Hier sind die wichtigsten Auswirkungen im Detail:

1. Falsch hohe Werte durch Zuckerreste

Dies ist das größte Risiko. Wenn Sie kurz zuvor Obst (z. B. einen Apfel oder eine Orange) angefasst, Saft getrunken oder Süßigkeiten gegessen haben, befinden sich mikroskopisch kleine Zuckerpartikel an Ihren Fingern.

  • Der Effekt: Wenn die Lanzette die Haut durchsticht, vermischt sich der Blutstropfen mit den Zuckerresten auf der Hautoberfläche.
  • Das Ergebnis: Das Messgerät zeigt einen massiv überhöhten Wert an, der nicht dem tatsächlichen Blutzuckerspiegel entspricht. Studien haben gezeigt, dass allein das Schälen einer Orange dazu führen kann, dass der Messwert um über 100 mg/dl (5,5 mmol/l) höher ausfällt als er eigentlich ist.

2. Verfälschung durch Schmutz, Fette und Cremes

Reste von Handcremes, Lotionen, Ölen oder allgemeiner Schmutz können die chemische Reaktion auf dem Teststreifen stören oder den Blutstropfen verunreinigen.

  • Der Effekt: Diese Substanzen können den Blutfluss behindern oder die enzymatische Reaktion im Teststreifen verlangsamen oder verändern.
  • Das Ergebnis: Es kann entweder zu einer Fehlermeldung des Geräts kommen oder zu ungenauen Werten (sowohl zu hoch als auch zu niedrig).

3. Verdünnungseffekt durch nasse Hände

Nicht nur Schmutz, auch Wasser spielt eine Rolle. Wenn die Hände nach dem Waschen nicht gründlich abgetrocknet werden:

  • Der Effekt: Das austretende Blut vermischt sich mit dem Wasser auf der Haut.
  • Das Ergebnis: Der Blutzuckerwert wird verdünnt und erscheint falsch niedrig.

4. Alkohol und Desinfektionsmittel

In der häuslichen Pflege ist Desinfektion meist nicht nötig, einfaches Händewaschen reicht. Wenn Sie jedoch Desinfektionsmittel verwenden:

  • Der Effekt: Wenn der Alkohol noch nicht vollständig verflogen ist, kann er die Messung chemisch beeinflussen oder das Blut verdünnen.
  • Das Ergebnis: Auch hier drohen verfälschte (oft zu niedrige) Werte.

Warum ist das gefährlich?

Fehlmessungen aufgrund verschmutzter Hände können zu falschen Therapieentscheidungen führen:

  • Glauben Sie aufgrund von Zuckerresten am Finger, Ihr Wert sei viel zu hoch, spritzen Sie möglicherweise unnötigerweise Insulin. Dies kann zu einer gefährlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen.

Empfehlung für die Praxis:

  1. Hände waschen: Vor jeder Messung die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife waschen.
  2. Gut abtrocknen: Die Hände müssen ganz trocken sein, bevor gestochen wird.
  3. Kein Obst vorher: Wenn Sie Obst angefasst haben und keine Möglichkeit zum Händewaschen haben, ist die Messung nicht verlässlich.
  4. Der "zweite Tropfen": Wenn Händewaschen absolut nicht möglich ist, kann man den ersten Blutstropfen mit einem sauberen Tupfer abwischen und erst den zweiten Tropfen für die Messung verwenden. Das ist jedoch weniger genau als das Händewaschen.

Zusammenfassend: Saubere und trockene Hände sind die Grundvoraussetzung für ein präzises Messergebnis. Schon kleinste unsichtbare Verunreinigungen können den Wert so stark verfälschen, dass die Messung wertlos oder sogar gefährlich wird.

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