Welche Faktoren können das Messergebnis eines Blutzuckermessgeräts verfälschen?

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Die Genauigkeit eines Blutzuckermessgeräts ist entscheidend für die Therapie von Diabetikern. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Faktoren – von der Handhabung bis hin zu biologischen Einflüssen –, die das Ergebnis verfälschen können.

Hier sind die wichtigsten Faktoren unterteilt in Kategorien:

1. Fehler bei der Vorbereitung und Handhabung

  • Verunreinigungen an den Fingern: Dies ist die häufigste Fehlerquelle. Reste von Obst, Säften, Süßigkeiten oder Handcremes an den Fingern können den Messwert massiv in die Höhe treiben.
  • Nasse Hände: Wenn die Hände nach dem Waschen nicht richtig abgetrocknet werden, verdünnt das Wasser den Blutstropfen, was zu fälschlicherweise zu niedrigen Werten führt.
  • Reste von Desinfektionsmitteln: Alkohol kann die chemische Reaktion auf dem Teststreifen beeinflussen. Im Alltag ist Händewaschen mit Seife meist besser als Desinfizieren.
  • „Melken“ des Fingers: Wenn zu stark an der Einstichstelle gedrückt wird, um Blut zu gewinnen, tritt vermehrt Gewebeflüssigkeit aus. Dies verdünnt die Probe und führt zu niedrigeren Messwerten.

2. Probleme mit den Teststreifen

  • Abgelaufene Teststreifen: Die Enzyme auf den Streifen verlieren mit der Zeit ihre Wirksamkeit.
  • Falsche Lagerung: Teststreifen sind extrem empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Licht. Wenn die Dose offen steht oder die Streifen in der Hitze (z. B. im Auto) gelagert wurden, liefern sie ungenaue Werte.
  • Codierungsfehler: Ältere Geräte müssen auf die jeweilige Teststreifen-Charge codiert werden. Ein falscher Code führt zu falschen Ergebnissen (moderne Geräte erledigen dies meist automatisch).

3. Physiologische Faktoren (Körperzustand)

  • Hämatokritwert (Anteil der roten Blutkörperchen):
    • Ein hoher Hämatokritwert (z. B. bei Austrocknung/Dehydration oder Rauchern) kann zu fälschlicherweise niedrigen Werten führen.
    • Ein niedriger Hämatokritwert (z. B. bei Anämie oder während der Schwangerschaft) kann fälschlicherweise zu hohe Werte anzeigen.
  • Sauerstoffgehalt: In großen Höhen (weniger Sauerstoff) oder bei einer Sauerstofftherapie können manche Messgeräte ungenau reagieren.
  • Schwere Dehydration: Bei starkem Flüssigkeitsmangel oder im Schockzustand ist die Durchblutung der Kapillaren verringert, was die Messung unzuverlässig macht.

4. Einfluss von Medikamenten und Substanzen

Bestimmte Stoffe im Blut können mit den Enzymen auf dem Teststreifen interagieren:

  • Vitamin C (Ascorbinsäure): Hochdosierte Vitamin-C-Präparate (z. B. bei Infekten) können das Ergebnis beeinflussen (oft werden zu niedrige Werte angezeigt).
  • Schmerzmittel: Substanzen wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (Aspirin) können bei hoher Dosierung die Messung stören.
  • Zuckerarten: Bei Patienten, die eine Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) durchführen, können bestimmte Dialyselösungen (mit Maltose oder Icodextrin) fälschlicherweise zu hohe Werte suggerieren.

5. Umwelteinflüsse

  • Temperatur: Die meisten Geräte und Teststreifen arbeiten optimal zwischen 10 °C und 40 °C. Bei extremer Kälte oder Hitze (Skifahren oder Strand) kann das Gerät Fehlermeldungen geben oder falsche Werte anzeigen.
  • Luftfeuchtigkeit: Sehr hohe Luftfeuchtigkeit beeinflusst die chemische Reaktion auf dem Streifen.

Tipps für eine korrekte Messung:

  1. Hände waschen: Nur mit warmem Wasser und Seife, danach gründlich abtrocknen.
  2. Erster Tropfen: Den ersten Blutstropfen abwischen und den zweiten für die Messung verwenden (minimiert Verunreinigungen).
  3. Lagerung: Teststreifen immer in der Originaldose lassen und diese sofort nach Entnahme wieder fest verschließen.
  4. Kontrolllösung: Gelegentlich die Genauigkeit des Geräts mit einer speziellen Kontrolllösung überprüfen.

Wenn ein Messwert nicht zum persönlichen Befinden passt (z. B. der Wert ist hoch, man fühlt sich aber unterzuckert), sollte die Messung nach erneutem Händewaschen immer wiederholt werden!