Welche Auswirkungen haben Rückstände von Desinfektionsmitteln am Finger auf das Messergebnis des Blutzuckermessgeräts?

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Rückstände von Desinfektionsmitteln am Finger können das Ergebnis einer Blutzuckermessung erheblich verfälschen. Die Auswirkungen hängen dabei von der Art des Desinfektionsmittels und der Feuchtigkeit ab.

Hier sind die wichtigsten Auswirkungen im Detail:

1. Verdünnungseffekt (Falsch niedrige Werte)

Dies ist das häufigste Problem. Wenn das Desinfektionsmittel (meist eine Alkohol-Wasser-Mischung) noch nicht vollständig verdampft ist, vermischt es sich mit dem austretenden Blutstropfen.

  • Folge: Die Glukosekonzentration im Blutstropfen wird verdünnt, was zu einem falsch niedrigen Messergebnis führt.

2. Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen)

Alkohol kann die Zellwände der roten Blutkörperchen zerstören (Hämolyse). Wenn diese Zellen aufplatzen, werden Zellinhaltsstoffe frei, die die chemische Reaktion auf dem Teststreifen stören können.

  • Folge: Je nach Messmethode des Geräts kann dies zu unvorhersehbaren Abweichungen (meist ungenauen Werten) führen.

3. Chemische Interaktion mit dem Teststreifen

Einige Inhaltsstoffe von Desinfektionsmitteln können direkt mit den Enzymen (z. B. Glukose-Oxidase oder Glukose-Dehydrogenase) auf dem Teststreifen reagieren.

  • Besonders kritisch: Desinfektionsmittel auf Basis von Iod (z. B. Betaisodona) können chemisch mit dem Testfeld reagieren und oft falsch erhöhte Werte verursachen.

4. Rückstände von Pflegestoffen

Moderne Händedesinfektionsmittel enthalten oft Rückfetter oder Duftstoffe (z. B. Glycerin), um die Haut zu schonen. Diese können einen Film auf der Haut bilden, der den Blutstropfen verunreinigt.

  • Folge: Auch hier kann es zu einer Beeinflussung der enzymatischen Reaktion kommen.

Was ist die Empfehlung für eine korrekte Messung?

Um Verfälschungen zu vermeiden, gelten folgende Regeln:

  1. Händewaschen mit warmem Wasser und Seife ist die beste Methode. Es reinigt gründlich (entfernt auch Zuckerreste von Obst oder Säften) und fördert durch das warme Wasser die Durchblutung.
  2. Gründlich abtrocknen. Wasserreste am Finger haben denselben Verdünnungseffekt wie flüssiges Desinfektionsmittel.
  3. Falls Desinfektion nötig ist (z. B. unterwegs): Verwenden Sie ein alkoholisches Desinfektionsmittel ohne Zusätze und warten Sie unbedingt, bis der Alkohol vollständig verflogen ist (die Haut muss komplett trocken sein).
  4. Den ersten Tropfen verwerfen: In vielen Kliniken wird empfohlen, den ersten Blutstropfen mit einem sauberen Tupfer abzuwischen und erst den zweiten Tropfen für die Messung zu verwenden, um eventuelle oberflächliche Verunreinigungen auszuschließen.

Zusammenfassend: Feuchtes Desinfektionsmittel führt meist zu falsch niedrigen Werten, während iodhaltige Mittel falsch hohe Werte provozieren können. Das gründliche Händewaschen mit Seife ist im Alltag fast immer vorzuziehen.

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