Wie viel zusätzliches CO2 wird durch die Herstellung und den Transport von Einweg-Kaffeebechern verursacht?

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Die CO2-Bilanz eines einzelnen Einweg-Kaffeebechers (inklusive Deckel) liegt je nach Studie und Materialzusammensetzung zwischen 60 und 110 Gramm CO2-Äquivalenten.

Um diese Zahl einzuordnen: Wenn man den jährlichen Verbrauch allein in Deutschland betrachtet, entstehen enorme Mengen an Treibhausgasen.

Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung, wie sich diese Emissionen zusammensetzen:

1. Die Herstellung (ca. 60–80 % der Gesamtemissionen)

Die Produktion ist der energieintensivste Teil des Lebenszyklus. Ein klassischer Pappbecher besteht nicht nur aus Papier, sondern ist eine komplexe Materialkombination:

  • Frischfasern: Für die meisten Becher werden keine Recyclingfasern, sondern neue Papierfasern verwendet (aus hygienischen Gründen und für die Stabilität). Dafür müssen Bäume gefällt, transportiert und mit hohem Energie- und Wasseraufwand zu Zellstoff verarbeitet werden.
  • Kunststoffbeschichtung: Damit der Becher nicht durchweicht, ist er innen mit Polyethylen (PE) beschichtet. Die Herstellung dieses Kunststoffs basiert auf Erdöl und ist sehr CO2-intensiv.
  • Der Deckel: Meist aus Polystyrol (PS) oder Polypropylen (PP) gefertigt. Die Produktion eines Plastikdeckels verursacht oft fast so viel CO2 wie der Becher selbst.
  • Energieaufwand der Fabrik: Das Formen, Kleben und Bedrucken der Becher in der Fabrik verbraucht Strom und Wärme.

2. Der Transport (ca. 10–15 % der Gesamtemissionen)

Obwohl ein einzelner Becher leicht ist, ist das Transportvolumen aufgrund der Milliardenmenge gewaltig:

  • Rohstofftransport: Holz aus Skandinavien oder Südamerika muss zur Papierfabrik und von dort als Papierrolle zur Becherfabrik transportiert werden.
  • Fertigware: Die fertigen Becher werden oft über weite Strecken zu Zentrallagern und schließlich zu den Cafés oder Bäckereien geliefert. Da Becher viel Luft enthalten (auch wenn sie gestapelt sind), ist der Transport logistisch ineffizient.

3. Jährliche Gesamtauswirkungen (Beispiel Deutschland)

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) liefert dazu konkrete Zahlen für Deutschland:

  • Verbrauch: In Deutschland werden pro Jahr ca. 2,8 Milliarden Einwegbecher verbraucht (das sind 320.000 Becher pro Stunde).
  • CO2-Ausstoß: Allein für die Herstellung dieser Becher entstehen jährlich rund 40.000 Tonnen CO2.
  • Ressourcenverbrauch: Dafür werden ca. 64.000 Tonnen Holz, 1,5 Milliarden Liter Wasser und 11.000 Tonnen Kunststoff benötigt.

Vergleich: Einweg vs. Mehrweg

Ein Mehrwegbecher (z. B. aus stabilem Kunststoff oder Edelstahl) verursacht in der Herstellung deutlich mehr CO2 als ein einzelner Einwegbecher. Er "amortisiert" sich jedoch ökologisch gesehen bereits nach etwa 20 bis 50 Nutzungen (inklusive des CO2-Aufwands für das regelmäßige Spülen). Da ein guter Mehrwegbecher hunderte Male benutzt werden kann, spart er über seine Lebensdauer massiv CO2 ein.

Zusammenfassend: Ein einzelner Becher scheint mit ca. 80-100g CO2 geringfügig (etwa so viel wie eine 500-Meter-Fahrt mit einem durchschnittlichen Auto), aber die schiere Masse von Milliarden Bechern macht sie zu einem erheblichen Umweltfaktor.

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