Wie vermeidet man die Bildung von giftigem Solanin in grün gewordenen Kartoffeln?

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Um die Bildung von giftigem Solanin (einem natürlichen Glykoalkaloid) in Kartoffeln zu verhindern oder zu minimieren, ist vor allem die richtige Lagerung entscheidend. Solanin bildet sich verstärkt unter Lichteinfluss und bei Keimbildung.

Hier sind die wichtigsten Maßnahmen, um die Solaninbildung zu vermeiden:

1. Dunkelheit ist das Wichtigste

Solanin wird produziert, wenn Kartoffeln Licht ausgesetzt sind. Die grüne Farbe (Chlorophyll), die man sieht, ist selbst nicht giftig, tritt aber fast immer zeitgleich mit der Bildung von Solanin auf.

  • Lagerort: Lagern Sie Kartoffeln an einem absolut dunklen Ort (Keller, dunkle Speisekammer).
  • Abdecken: Falls kein dunkler Raum vorhanden ist, decken Sie die Kartoffeln mit einer Decke oder Jutesäcken ab.

2. Kühle Lagerung

Wärme regt die Kartoffel zum Keimen an, und in den Keimen ist die Solaninkonzentration besonders hoch.

  • Optimale Temperatur: Ideal sind 4 bis 10 Grad Celsius.
  • Nicht zu warm: Zimmertemperatur führt schnell zu Keimen.
  • Nicht zu kalt: Unter 4 Grad wandelt die Kartoffel Stärke in Zucker um (sie wird süß), was zwar nicht giftig ist, aber den Geschmack verändert.

3. Trocken und luftig lagern

  • Atmung: Kartoffeln brauchen Luft. Lagern Sie sie niemals in geschlossenen Plastiktüten, da sich dort Feuchtigkeit sammelt, was zu Schimmel und Fäulnis führt.
  • Behälter: Nutzen Sie Netze, Jutesäcke, Holzkisten oder Papiertüten.

4. Verletzungen vermeiden

Kartoffeln bilden Solanin auch als Abwehrreaktion auf mechanische Verletzungen.

  • Gehen Sie vorsichtig mit den Knollen um.
  • Sortieren Sie beschädigte Kartoffeln aus und verbrauchen Sie diese zuerst.

5. Schon beim Einkauf aufpassen

  • Kaufen Sie keine Kartoffeln, die bereits grüne Stellen oder Keime aufweisen.
  • Kaufen Sie im Supermarkt lieber Kartoffeln in blickdichten Papiertüten statt in transparenten Plastiknetzen, die dem hellen Licht der Verkaufsräume ausgesetzt sind.

Was tun, wenn die Kartoffel bereits grün ist?

Falls die Kartoffeln trotz Vorsichtsmaßnahmen grün geworden sind oder keimen, beachten Sie folgende Regeln:

  1. Großzügig ausschneiden: Kleine grüne Stellen und die "Augen" (Keimstellen) müssen großzügig weggeschnitten werden. Solanin sitzt direkt unter der Schale und an den Keimen.
  2. Schälen: Da sich das meiste Solanin in und direkt unter der Schale befindet, sollten betroffene Kartoffeln immer geschält und nicht als Pellkartoffeln verzehrt werden.
  3. Wegwerfen bei starkem Befall: Wenn die Kartoffel großflächig grün ist, stark keimt oder schrumpelig ist, sollte sie komplett entsorgt werden.
  4. Kochwasser wegschütten: Solanin ist wasserlöslich, aber hitzebeständig. Es geht beim Kochen ins Wasser über, wird aber durch die Hitze nicht zerstört. Verwenden Sie das Kochwasser von Kartoffeln daher niemals weiter (z. B. für Saucen).
  5. Bittergeschmack: Wenn die Kartoffel nach dem Kochen bitter schmeckt oder ein Kratzen im Hals verursacht, spucken Sie sie aus und essen Sie sie nicht weiter.

Wichtig für Kinder: Kinder reagieren aufgrund ihres geringeren Körpergewichts viel empfindlicher auf Solanin. Bei Mahlzeiten für Kleinkinder sollten Sie daher besonders streng sein und nur einwandfreie, geschälte Kartoffeln verwenden.

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