Wie verhindert man, dass das Holz beim Austritt des Bohrers auf der Rückseite splittert?
Das Splittern des Holzes auf der Rückseite (der sogenannte „Ausriss“) entsteht, weil die Holzfasern am Ende des Bohrlochs keinen Widerstand mehr haben und durch den Druck des Bohrers nach außen weggedrückt werden, anstatt sauber abgeschnitten zu werden.
Hier sind die effektivsten Methoden, um das zu verhindern:
1. Das „Opferholz“ (Die sicherste Methode)
Zwinge ein glattes Reststück Holz (das Opferholz) fest unter die Stelle, an der du bohren möchtest.
- Warum es funktioniert: Der Bohrer tritt direkt aus deinem Werkstück in das nächste Holz ein. Die Fasern deines Werkstücks werden durch das Opferholz festgedrückt und können nicht ausweichen.
- Wichtig: Es darf kein Spalt zwischen den beiden Hölzern sein.
2. Von beiden Seiten bohren
Bohre so lange, bis die Zentrierspitze des Holzbohrers auf der Rückseite gerade eben sichtbar wird (nur ein winziges Loch).
- Vorgehen: Nimm den Bohrer heraus, drehe das Werkstück um und setze den Bohrer in das kleine Loch der Zentrierspitze an. Bohre nun das restliche Stück von der Rückseite aus fertig.
- Vorteil: Du hast auf beiden Seiten eine saubere Eintrittskante.
3. Klebeband verwenden
Klebe ein Stück hochwertiges Malerkrepp oder Paketband fest auf die Austrittsstelle.
- Warum es funktioniert: Das Klebeband hält die Holzfasern oberflächlich zusammen und minimiert das Splittern.
- Hinweis: Diese Methode funktioniert gut bei beschichteten Platten (z. B. Spanplatten), ist bei Massivholz aber weniger effektiv als ein Opferholz.
4. Den richtigen Bohrer wählen
Verwende unbedingt einen Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze und Vorschneidern.
- Warum: Die Vorschneider (die kleinen Spitzen am Rand des Bohrers) schneiden die Holzfasern am Rand des Lochs sauber ab, bevor der Rest des Bohrers das Holz entfernt. Ein Metallbohrer hingegen „schabt“ eher und verursacht viel mehr Ausriss.
5. Geschwindigkeit und Druck anpassen
- Hohe Drehzahl: Eine hohe Drehzahl sorgt für einen saubereren Schnitt.
- Wenig Druck: Kurz bevor der Bohrer auf der Rückseite austritt, solltest du den Druck fast komplett wegnehmen. Lass den Bohrer „arbeiten“, ohne zu drücken.
6. Senker verwenden (bei beschichtetem Material)
Wenn du in beschichtete Spanplatten bohrst, kannst du die Stelle auf der Rückseite vorher ganz leicht mit einem Kegelsenker anritzen (falls du genau weißt, wo der Austritt sein wird). Das ist jedoch in der Praxis schwierig zu treffen, außer du bohrst von beiden Seiten.
Zusammenfassung für das beste Ergebnis: Nutze einen scharfen Holzbohrer und spanne ein Opferholz unter dein Werkstück. Das garantiert fast immer eine perfekte Kante.