Wie verhindert man das Entstehen von Läufern und „Nasen“ beim Lackieren?

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Das Entstehen von „Läufern“ (auch Gardinen genannt) oder „Nasen“ ist eines der häufigsten Probleme beim Lackieren. Sie entstehen immer dann, wenn zu viel flüssiger Lack auf eine senkrechte Stelle trifft und die Schwerkraft den Lack nach unten zieht, bevor er angetrocknet ist.

Hier sind die wichtigsten Tipps, um das zu verhindern:

1. Die richtige Vorbereitung

  • Untergrund reinigen: Fett, Staub oder Silikon auf der Oberfläche verhindern, dass der Lack haftet. Er „rutscht“ dann förmlich ab und bildet Tropfen. Nutze Silikonentferner für eine perfekte Reinigung.
  • Temperatur beachten: Lackiere idealerweise bei Raumtemperatur (ca. 20 °C). Ist es zu kalt, trocknet der Lack zu langsam und fängt eher an zu fließen. Ist es zu heiß, trocknet er zu schnell und verbindet sich nicht richtig.

2. Die richtige Sprühtechnik (Spraydose oder Pistole)

  • Abstand halten: Der ideale Abstand liegt meist zwischen 15 und 25 cm. Bist du zu nah dran, konzentriert sich zu viel Lack auf einer kleinen Stelle.
  • In Bewegung bleiben: Fange niemals an zu sprühen, während die Hand stillsteht. Beginne die Bewegung neben dem Werkstück, führe sie gleichmäßig darüber hinweg und stoppe den Sprühstoß erst wieder hinter dem Werkstück.
  • Rechter Winkel: Halte die Spritzpistole oder Dose immer im 90-Grad-Winkel zur Oberfläche. Wenn du das Handgelenk abknickst, wird der Lack an einer Stelle dicker aufgetragen als an der anderen.

3. Mehrere dünne Schichten („Nebelgänge“)

Das ist die wichtigste goldene Regel: Lieber drei dünne Schichten als eine dicke.

  • Trage zuerst eine ganz dünne Schicht auf (den sogenannten „Nebelgang“). Diese muss noch nicht decken. Sie dient als Haftgrund für die nächste Schicht.
  • Lasse jede Schicht kurz „ablüften“ (ca. 5–10 Minuten, je nach Lacktyp), bis sie oberflächentrocken bzw. klebrig ist, bevor du die nächste Schicht aufträgst.

4. Den Kreuzgang anwenden

Sprühe erst eine Schicht horizontal (von links nach rechts) und die nächste Schicht vertikal (von oben nach unten). Das sorgt für einen gleichmäßigen Farbauftrag ohne Schichtdickenunterschiede, die zu Läufern führen könnten.

5. Lackviskosität (bei Spritzpistolen)

Wenn du mit einer Lackierpistole arbeitest, muss die Mischung stimmen. Ist der Lack zu stark verdünnt, wird er zu flüssig und läuft sofort weg. Halte dich exakt an die Mischverhältnisse des Herstellers.

6. Waagerecht lackieren (wenn möglich)

Wenn es das Werkstück zulässt, lege es flach hin. Auf einer waagerechten Fläche kann der Lack nicht „laufen“. Aber Vorsicht: Auch hier darfst du nicht zu dick auftragen, da sich sonst „Lackseen“ bilden können, die nicht gut durchtrocknen.


Was tun, wenn es doch passiert ist?

Wenn du merkst, dass ein Läufer entsteht:

  1. Nicht versuchen, ihn nass wegzuwischen! Das macht es meist nur schlimmer und zerstört die umliegende Fläche.
  2. Trocknen lassen: Lass den Lack komplett durchhärten (meist 24 Stunden).
  3. Schleifen: Schleife die „Nase“ vorsichtig mit feinem Nassschleifpapier (Körnung 1000 oder 2000) plan. Ein kleiner Schleifblock oder eine Rasierklinge (vorsichtig schabend eingesetzt) hilft, nur den Hügel abzutragen.
  4. Polieren oder Nachlackieren: Danach die Stelle aufpolieren oder noch einmal ganz dünn überlackieren.

Profi-Tipp: Teste dein Sprühbild immer erst auf einem Stück Pappe, um ein Gefühl für den Druck und die Menge des Lacks zu bekommen.

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