Wie lösen Tenside im Spülmittel Fett von verschmutztem Geschirr?

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Tenside (kurz für „tensioaktive Substanzen“) wirken als Vermittler zwischen Wasser und Fett. Das Problem beim Spülen ist normalerweise, dass Wasser und Fett sich gegenseitig abstoßen.

Hier ist Schritt für Schritt erklärt, wie Tenside dieses Problem lösen:

1. Der molekulare Aufbau (Der „Trick“)

Ein Tensid-Molekül sieht aus wie ein kleiner Kaulquappe oder eine Stecknadel und hat zwei völlig unterschiedliche Enden:

  • Der Kopf (hydrophil): Dieser Teil ist „wasserliebend“. Er will sich unbedingt mit Wassermolekülen verbinden.
  • Der Schwanz (lipophil): Dieser Teil ist „fettliebend“ (und wasserscheu). Er meidet Wasser und sucht stattdessen die Nähe von Fett und Öl.

2. Herabsetzung der Oberflächenspannung

Normalerweise bildet Wasser aufgrund seiner Oberflächenspannung Tropfen (wie auf einer frisch gewachsten Oberfläche). Das Wasser kommt so nicht richtig an den Schmutz heran. Die Tenside drängen sich zwischen die Wassermoleküle und lockern deren Zusammenhalt auf. Das Wasser „entspannt“ sich, wird flüssiger und kann das Geschirr und den Fettschmutz überhaupt erst einmal richtig benetzen.

3. Der Angriff aufs Fett

Sobald das Spülwasser den Fettfleck erreicht, treten die Tenside in Aktion:

  • Die fettliebenden Schwänze der Tenside bohren sich regelrecht in die Fettschicht ein.
  • Die wasserliebenden Köpfe ragen nach außen in das umgebende Wasser.

4. Das Ablösen (Emulgieren)

Wenn man nun mit einem Schwamm wischt oder das Wasser bewegt, ziehen die wasserliebenden Köpfe (die ja im Wasser fest verankert sind) den fettliebenden Schwanz mitsamt dem daran hängenden Fett vom Teller weg.

5. Bildung von Mizellen (Einkapselung)

Das ist der entscheidende Schritt, damit das Fett nicht sofort wieder am Teller kleben bleibt: Die Tenside umschließen das abgelöste Fetttröpfchen vollständig. Es bilden sich winzige Kugeln, sogenannte Mizellen.

  • Im Inneren der Kugel ist das Fett gefangen.
  • Nach außen hin zeigen nur die wasserliebenden Köpfe.

Für das umgebende Wasser sieht dieses Gebilde nun aus wie ein wasserfreundliches Teilchen. Das Fett ist „maskiert“.

6. Abtransport

Da die Außenseiten aller Mizellen gleich geladen sind (meist negativ), stoßen sie sich gegenseitig ab. Dadurch können die Fetttröpfchen nicht wieder zusammenfließen oder sich erneut am Geschirr festsetzen. Sie schweben fein verteilt im Spülwasser (eine sogenannte Emulsion) und können einfach mit dem Wasser in den Abfluss gespült werden.


Zusammenfassend: Tenside lösen Fett, indem sie eine Brücke zwischen Wasser und Fett bauen, den Schmutz in kleine Pakete (Mizellen) verpacken und ihn so im Wasser schwebend halten, bis er weggespült wird.

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