Wie beeinflusst eine Grundierung den späteren Farbverbrauch?

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Eine Grundierung hat einen erheblichen Einfluss auf den späteren Farbverbrauch. In den meisten Fällen reduziert sie die Menge der benötigten Farbe deutlich.

Hier sind die wichtigsten Gründe, wie eine Grundierung den Farbverbrauch beeinflusst:

1. Regulierung der Saugfähigkeit (Wichtigster Faktor)

Viele Untergründe wie frischer Putz, Gipskartonplatten (Rigips) oder Mauerwerk sind sehr porös und saugen wie ein Schwamm.

  • Ohne Grundierung: Die teure Wandfarbe wird tief in den Untergrund gesogen. Man benötigt oft drei oder mehr Anstriche, bis die Farbe gleichmäßig deckt, da die Feuchtigkeit der Farbe sofort entzogen wird.
  • Mit Grundierung: Die Grundierung (z. B. Tiefgrund) sättigt die Poren des Untergrunds. Die spätere Farbe bleibt an der Oberfläche und bildet dort einen gleichmäßigen Film. Das spart oft einen kompletten Arbeitsgang (Anstrich).

2. Vereinheitlichung des Untergrunds

Oft besteht eine Wand aus verschiedenen Materialien (z. B. Spachtelmasse an den Fugen und Karton auf der restlichen Fläche bei Gipskarton). Diese Materialien saugen unterschiedlich stark.

  • Ohne Grundierung: Es entstehen Flecken oder matte/glänzende Stellen (Schattenbildung), weil die Farbe ungleichmäßig trocknet. Um das auszugleichen, muss man oft mehrfach drüberstreichen.
  • Mit Grundierung: Die Saugfähigkeit wird überall angeglichen, was zu einem gleichmäßigen Farbbild mit weniger Farbe führt.

3. Verbesserung der Haftung

Eine Grundierung wirkt wie ein Bindeglied (Haftbrücke) zwischen Untergrund und Farbe.

  • Auf sandenden oder kreidenden Untergründen würde die Farbe ohne Grundierung einfach abblättern oder gar nicht erst richtig haften. Man müsste immer wieder nachbessern, was den Verbrauch unnötig erhöht.

4. Erhöhung der Deckkraft (bei pigmentierten Grundierungen)

Wenn man eine dunkle Wand hell streichen möchte oder einen sehr unruhigen Untergrund hat, hilft eine pigmentierte Grundierung (Sperrgrund oder Malergrund).

  • Diese Grundierung ist oft günstiger als hochwertige Dispersionsfarbe, deckt aber bereits die alten Flecken oder dunklen Töne vor. Dadurch reicht beim teuren Decklack oft ein einziger Anstrich statt zwei oder drei.

5. Verarbeitbarkeit

Grundierte Wände lassen sich leichter streichen. Die Farbe "fließt" besser auf der Oberfläche und lässt sich weiter ausrollen. Dadurch verbraucht man pro Quadratmeter automatisch weniger Material.


Fazit: Lohnt sich die Grundierung finanziell?

Ja, absolut.

  • Kosten: Grundierung (z. B. Tiefgrund) ist im Vergleich zu hochwertiger Wandfarbe sehr günstig.
  • Ersparnis: Durch die Grundierung sparst du in der Regel 20 % bis 40 % der Farbe ein, da du weniger Schichten benötigst und die Farbe nicht im Stein verschwindet.
  • Zeit: Da du meist einen kompletten Anstrich sparst, reduziert sich auch die Arbeitszeit deutlich.

Faustregel: Je stärker der Untergrund saugt, desto mehr Farbe sparst du durch eine vorherige Grundierung ein.