Wer hat die Kartoffelchips erfunden?
Die Erfindung der Kartoffelchips wird meistens George Crum zugeschrieben, einem Koch im Restaurant „Moon’s Lake House“ in Saratoga Springs, New York.
Die Geschichte dazu ist eine der bekanntesten Legenden der Kulinarik:
Die Legende (1853)
Am 24. August 1853 soll sich ein Gast (oft wird behauptet, es sei der millionenschwere Eisenbahntycoon Cornelius Vanderbilt gewesen) wiederholt über seine Bratkartoffeln beschwert haben. Sie seien ihm zu dick, zu weich und nicht genug gesalzen.
Nachdem der Gast die Kartoffeln mehrmals zurückgehen ließ, verlor George Crum die Geduld. Um den Gast zu ärgern, schnitt er die Kartoffeln in hauchdünne Scheiben, frittierte sie in heißem Fett, bis sie knusprig und hart waren, und überhäufte sie mit Salz. Zu Crums Überraschung war der Gast jedoch begeistert – die „Saratoga Chips“ waren geboren.
Die historische Realität
Obwohl George Crum die Chips populär machte, gibt es Zweifel, ob er wirklich der „alleinige“ Erfinder war:
- Catherine Adkins Wicks: Crums Schwester, die ebenfalls in der Küche arbeitete, beanspruchte später, sie habe versehentlich eine dünne Kartoffelscheibe in das heiße Fett fallen lassen und Crum habe sie dann probiert.
- Frühere Rezepte: Es gibt Hinweise darauf, dass ähnliche Rezepte schon früher existierten. In dem britischen Kochbuch The Cook’s Oracle von William Kitchiner aus dem Jahr 1817 wurde bereits ein Rezept für „Potato Fried in Slices or Shavings“ (in Scheiben oder Spänen frittierte Kartoffeln) beschrieben.
Wie wurden sie zum Massenprodukt?
Lange Zeit waren Kartoffelchips nur in Restaurants erhältlich. Das änderte sich erst im 20. Jahrhundert:
- Laura Scudder (1926): Sie erfand die Papiertüte für Chips, indem sie zwei Blätter Wachspapier zusammenbügelte. Das hielt die Chips länger frisch und ermöglichte den Verkauf in Geschäften.
- Herman Lay (1930er Jahre): Er gründete die Marke Lay’s und sorgte durch ein großes Vertriebsnetz dafür, dass Kartoffelchips in den gesamten USA und später weltweit zum beliebtesten Snack wurden.