Welche verschiedenen Arten von Ohrensprays gibt es?

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Ohrensprays werden für verschiedene Zwecke eingesetzt – von der täglichen Hygiene bis hin zur Behandlung spezifischer Beschwerden. Man kann sie grob in folgende Kategorien einteilen:

1. Sprays zur Ohrenschmalzentfernung (Cerumenolytika)

Dies ist die am häufigsten verwendete Art von Ohrenspray. Sie dienen dazu, überschüssiges oder verhärtetes Ohrenschmalz (Cerumen) aufzuweichen, damit es leichter abfließen kann.

  • Ölbasierte Sprays: Enthalten oft natürliches Öl wie Mandelöl, Olivenöl oder Walnussöl. Sie fetten den Gehörgang ein und machen den Schmalzpfropf geschmeidig.
  • Wässrige Sprays: Enthalten oft Wirkstoffe wie Glycerin oder Tenside, die den Pfropf lösen.
  • Sprays mit aktivem Sauerstoff: Diese enthalten oft Wasserstoffperoxid in sehr geringer Konzentration. Beim Einsprühen entsteht ein leichtes Prickeln (Sauerstofffreisetzung), das den Pfropf mechanisch aufbricht.

2. Hygiene-Sprays (Meerwasser-Sprays)

Diese Sprays dienen der regelmäßigen Reinigung des Gehörgangs und sollen die Selbstreinigung des Ohres unterstützen.

  • Inhalt: Meist eine isotope Meerwasserlösung (Salzwasser).
  • Zweck: Sie sind eine sanfte Alternative zu Wattestäbchen (die das Schmalz oft nur tiefer ins Ohr schieben). Sie spülen Staub und Hautschüppchen sanft heraus.

3. Sprays für Schwimmer und Taucher (Trocknungssprays)

Nach dem Schwimmen oder Tauchen kann Wasser im Ohr zurückbleiben, was zu Entzündungen führen kann („Badeotitis“).

  • Wirkungsweise: Diese Sprays enthalten oft eine Kombination aus Isopropylalkohol (der das Wasser schneller verdunsten lässt) und Essigsäure oder Glycerin.
  • Zweck: Sie stellen den natürlichen sauren pH-Wert im Ohr wieder her, um Bakterien- und Pilzwachstum zu verhindern.

4. Pflegesprays gegen Juckreiz und trockene Ohren

Menschen, die Hörgeräte oder In-Ear-Kopfhörer tragen, leiden oft unter trockener Haut oder Juckreiz im Gehörgang.

  • Inhalt: Meist beruhigende Öle (z. B. Teebaumöl, Lavendelöl) oder spezielle Lipide.
  • Zweck: Sie pflegen die gereizte Haut und bilden einen Schutzfilm.

5. Medizinische Sprays (oft verschreibungspflichtig)

Bei akuten Entzündungen reicht ein einfaches Pflegespray nicht aus. In der Regel werden hier eher Ohrentropfen verwendet, aber es gibt auch Spray-Applikatoren.

  • Antibiotische Sprays: Gegen bakterielle Infektionen des Gehörgangs.
  • Kortisonhaltige Sprays: Zur Abschwellung und gegen starken Juckreiz bei Ekzemen oder schweren Entzündungen.
  • Schmerzstillende Sprays: Enthalten lokale Betäubungsmittel (wie Lidocain oder Benzocain).

Wichtige Sicherheitshinweise:

  1. Trommelfellschäden: Ohrensprays dürfen niemals angewendet werden, wenn das Trommelfell verletzt ist (Loch im Trommelfell) oder wenn Paukenröhrchen eingesetzt wurden.
  2. Keine Wattestäbchen: Auch nach der Anwendung eines Sprays sollte man nicht mit Wattestäbchen tief im Ohr bohren. Das aufgeweichte Schmalz lässt sich einfach mit einem Tuch am äußeren Gehörgang abwischen.
  3. Arztbesuch: Wenn Sie Schmerzen, Druckgefühl, Hörverlust oder Ausfluss aus dem Ohr haben, sollten Sie vor der Anwendung eines Sprays einen HNO-Arzt aufsuchen.

Zusammenfassend: Für die normale Reinigung sind Meerwassersprays ideal; bei Verstopfungen helfen ölbasierte Sprays. Nach dem Poolbesuch sind Essigsäure-Alkohol-Sprays sinnvoll.