Welche verschiedenen Arten von Malerrollen gibt es für unterschiedliche Oberflächen?
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Die Wahl der richtigen Malerrolle ist entscheidend für ein gleichmäßiges Ergebnis und ein effizientes Arbeiten. Malerrollen unterscheiden sich vor allem durch ihr Material, die Florhöhe (Länge der Fasern) und die Breite.
Hier ist eine Übersicht der gängigsten Arten von Malerrollen und deren Einsatzgebiete:
1. Nach Material (Bezug)
- Lammfellrollen:
- Eigenschaften: Echtes Naturprodukt, sehr hochwertig, nimmt extrem viel Farbe auf und gibt sie gleichmäßig ab.
- Einsatz: Ideal für große Flächen, Fassaden und raue Untergründe. Sehr langlebig bei guter Pflege.
- Polyamidrollen (Nylon):
- Eigenschaften: Sehr strapazierfähig, fusselarm und leicht zu reinigen. Die Fasern richten sich immer wieder auf (Gedächtniseffekt).
- Einsatz: Der Allrounder für Wand- und Deckenfarben (Dispersion) im Innen- und Außenbereich.
- Polyesterrollen:
- Eigenschaften: Preisgünstiger als Polyamid, neigt aber eher zum Verfilzen und spritzt oft mehr.
- Einsatz: Für einfache Renovierungsarbeiten oder wenn die Rolle danach entsorgt werden soll.
- Mikrofaserrollen:
- Eigenschaften: Extrem feine Fasern, sehr hohe Farbaufnahme bei geringer Spritzneigung.
- Einsatz: Ideal für dünnflüssige Materialien wie Grundierungen, Lasuren oder sehr hochwertige, dünne Wandfarben. Erzeugt ein sehr feines Oberflächenbild.
- Schaumstoffrollen:
- Eigenschaften: Bestehen aus Polyurethan-Schaum. Es gibt sie in „fein“ und „superfein“.
- Einsatz: Ausschließlich für Lacke (auf Wasser- oder Lösemittelbasis) auf glatten Oberflächen (Türen, Möbel). Verhindert Pinselstriche, kann aber bei falscher Anwendung Luftbläschen im Lack bilden.
- Velours- / Mohairrollen:
- Eigenschaften: Sehr kurzflorige Natur- oder Mischfasern, lösemittelbeständig.
- Einsatz: Für dickschichtige Lacke, Epoxidharze oder Ölfarben auf glatten Untergründen.
2. Nach Florhöhe (Haarlänge)
Die Faustregel lautet: Je rauer die Oberfläche, desto länger muss der Flor sein.
- Kurzflor (ca. 4–10 mm):
- Für glatte Oberflächen wie Gipskarton, glatt gespachtelte Wände, Metall oder Holz.
- Sorgt für ein feines, glattes Finish.
- Langflor (ca. 12–25 mm):
- Für strukturierte oder raue Oberflächen wie Raufasertapete, Putz, Mauerwerk oder Beton.
- Die langen Fasern dringen tief in die Vertiefungen der Struktur ein und decken diese ab.
3. Spezialrollen
- Fassadenrollen: Meist groß dimensioniert, langflorig und zusätzlich gepolstert, damit sie sich Unebenheiten im Außenputz besser anpassen können.
- Heizkörperrollen (Mäuschen): Sehr schmale, kleine Rollen mit langem Stiel, um hinter Heizkörper oder in enge Nischen zu gelangen.
- Eckenroller: Eine runde Rolle, die speziell dafür entwickelt wurde, Farbe direkt in die Innenecken von Räumen zu bringen.
- Strukturwalzen: Bestehen aus festem Gummi oder Schaumstoff mit Mustern, um dekorative Effekte oder Putzstrukturen zu erzeugen.
Zusammenfassung: Welche Rolle für welchen Zweck?
| Oberfläche / Vorhaben | Empfohlene Rolle |
|---|---|
| Glatte Innenwand (Gips, Vlies) | Kurzflorige Polyamid- oder Mikrofaserrolle |
| Raufasertapete / Putz | Langflorige Polyamid- oder Lammfellrolle |
| Grobe Fassade | Langflorige, gepolsterte Fassadenrolle |
| Lackieren (Türen, Möbel) | Schaumstoffrolle (fein) oder Veloursrolle |
| Lasieren (Holzschutz) | Mikrofaserrolle (kurzflor) |
| Grundieren (Tiefgrund) | Mikrofaserrolle (spritzt weniger) |
Ein Profi-Tipp zum Schluss:
Neue Rollen (außer Schaumstoff) sollten vor dem ersten Gebrauch kurz mit Wasser ausgewaschen oder mit Klebeband "entfusselt" werden, damit keine losen Produktionsrückstände im frischen Farbanstrich landen.