Welche verschiedenen Arten von Grundierungen gibt es für den Innenbereich?
Beim Streichen oder Renovieren im Innenbereich ist die richtige Grundierung entscheidend für ein gleichmäßiges und langlebiges Ergebnis. Je nach Untergrund (Putz, Gipskarton, Holz oder glatte Fliesen) gibt es unterschiedliche Produkte.
Hier sind die wichtigsten Arten von Grundierungen für den Innenbereich:
1. Tiefgrund (der Allrounder)
Dies ist die am häufigsten verwendete Grundierung. Sie ist dünnflüssig und dringt tief in den Untergrund ein.
- Funktion: Verfestigt sandende oder kreidende Untergründe und gleicht unterschiedliches Saugverhalten aus. Verhindert, dass die Wand der Farbe zu schnell das Wasser entzieht (was zu Rissen oder Abblättern führen würde).
- Einsatzbereich: Putz, Gips, Gipskartonplatten, Kalksandstein.
- Varianten: Es gibt ihn auf Wasserbasis (LF = lösemittelfrei, geruchsarm) oder auf Lösemittelbasis (für extrem sandige/problematische Wände).
2. Haftgrund / Haftbrücke
Im Gegensatz zum Tiefgrund dringt diese Grundierung nicht ein, sondern bildet einen griffigen Film auf der Oberfläche.
- Funktion: Schafft eine „Brücke“ zwischen einem sehr glatten Untergrund und der neuen Beschichtung. Er enthält oft feinen Quarzsand, um die Oberfläche aufzurauen.
- Einsatzbereich: Glatter Beton, Fliesen, Glas, Metall oder alte Lackanstriche, auf denen normale Wandfarbe nicht haften würde.
3. Sperrgrund / Isoliergrund
Diese Grundierung wird verwendet, wenn Flecken oder Inhaltsstoffe aus dem Untergrund „durchbluten“ könnten.
- Funktion: Bildet eine chemische Barriere, die wasserlösliche Stoffe im Untergrund einschließt.
- Einsatzbereich: Bei Nikotinflecken, Ruß, getrockneten Wasserflecken oder bei Holz (um das Austreten von Gerbstoffen/Lignin zu verhindern). Ohne Sperrgrund würden diese Flecken immer wieder durch die neue weiße Farbe scheinen.
4. Putzgrund / Quarzgrund
Dies ist eine meist weiß pigmentierte, körnige Grundierung.
- Funktion: Bereitet die Wand speziell für den Auftrag von Dekorputzen (z. B. Roll- oder Reibeputz) vor. Er sorgt für Griffigkeit und verhindert, dass der Putz beim Auftragen „abrutscht“. Zudem sorgt die weiße Farbe dafür, dass der dunkle Untergrund nicht durch den hellen Putz schimmert.
- Einsatzbereich: Vor dem Verputzen von Wänden im Innenbereich.
5. Holzbeschichtungen (Holzgrundierung)
Holz arbeitet und enthält natürliche Öle oder Harze.
- Funktion: Schützt vor Bläue (eher außen relevant) und verhindert das Aufstellen der Holzfasern bzw. das Durchschlagen von Inhaltsstoffen.
- Einsatzbereich: Unbehandeltes Massivholz, Möbel, Paneele.
6. Universalgrundierung
Ein Kompromiss für Heimwerker, der mehrere Eigenschaften kombiniert.
- Funktion: Sie bietet eine Mischung aus Haftung und Saugkraftregulierung.
- Einsatzbereich: Wenn der Untergrund unproblematisch ist und man nur eine leichte Haftverbesserung für Standardfarben benötigt.
Welcher Grund für welches Problem? (Kurzcheck)
| Problem | Richtige Grundierung |
|---|---|
| Wand staubt oder saugt stark (Gipskarton) | Tiefgrund |
| Untergrund ist extrem glatt (Beton/Fliesen) | Haftgrund |
| Gelbe Nikotinflecken oder Wasserflecken | Sperrgrund |
| Ein Strukturputz soll aufgetragen werden | Putzgrund |
| Metalloberflächen (z.B. Heizungsrohre) | Rostschutzgrundierung |
Wichtiger Tipp: Achten Sie darauf, dass Grundierung und Farbe systemkompatibel sind (am besten vom selben Hersteller). Testen Sie die Saugfähigkeit der Wand vorher mit einem nassen Schwamm: Zieht das Wasser sofort ein, ist eine Grundierung zwingend erforderlich. Perlt es ab, ist meist ein Haftgrund nötig.