Welche Symptome deuten auf eine Überdosierung durch Lakritz hin?
Ein übermäßiger Verzehr von Lakritz (insbesondere bei Sorten mit hohem Glycyrrhizin-Gehalt) kann zu einer Vergiftung bzw. zu hormonähnlichen Nebenwirkungen führen. Der verantwortliche Inhaltsstoff ist die Glycyrrhizinsäure, die aus der Süßholzwurzel gewonnen wird.
Hier sind die typischen Symptome einer Lakritz-Überdosierung:
1. Bluthochdruck (Hypertension)
Das ist das häufigste Anzeichen. Glycyrrhizin beeinflusst den Cortisol-Stoffwechsel in der Niere, was dazu führt, dass der Körper vermehrt Natrium und Wasser zurückhält. Dies lässt den Blutdruck ansteigen.
2. Wassereinlagerungen (Ödeme)
Durch die Speicherung von Natrium und Wasser kommt es häufig zu Schwellungen, insbesondere in den Beinen, Knöcheln oder im Gesicht. Man fühlt sich "aufgeschwemmt".
3. Kaliummangel (Hypokaliämie)
Die Niere scheidet unter dem Einfluss von Glycyrrhizin vermehrt Kalium aus. Ein niedriger Kaliumspiegel äußert sich durch:
- Muskelschwäche oder sogar Lähmungserscheinungen.
- Muskelkrämpfe.
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit.
4. Herzrhythmusstörungen
Der durch den Lakritzverzehr verursachte Kaliummangel kann direkte Auswirkungen auf das Herz haben. Es kann zu Herzstolpern oder gefährlichen Rhythmusstörungen kommen.
5. Kopfschmerzen
Diese treten oft als Folge des erhöhten Blutdrucks auf.
6. Dunkler Urin (in extremen Fällen)
In sehr schweren Fällen von Überdosierung kann es zu einer Rhabdomyolyse (Zerfall von Muskelfasern) kommen, was den Urin dunkel verfärben kann und die Nieren schädigt.
Ab welcher Menge wird es gefährlich?
Das ist individuell verschieden, aber die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geben Richtwerte vor:
- Sicherer Grenzwert: Etwa 100 mg Glycyrrhizin pro Tag gelten für gesunde Erwachsene als unbedenklich. Das entspricht etwa 50 bis 100 Gramm normalem Lakritz.
- Starklakritz: In Deutschland muss Lakritz mit mehr als 200 mg Glycyrrhizin pro 100 g als „Starklakritz“ gekennzeichnet sein. Hier können schon deutlich kleinere Mengen (z. B. 20–30 g täglich über längere Zeit) zu Problemen führen.
Wer sollte besonders vorsichtig sein?
Personen mit folgenden Voraussetzungen sollten Lakritz nur in sehr geringen Mengen konsumieren:
- Bluthochdruck
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Nierenerkrankungen
- Diabetes
- Schwangere (hoher Konsum kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen)
Hinweis: Wenn Sie nach dem Verzehr großer Mengen Lakritz Herzrasen, starke Muskelschwäche oder einen stark erhöhten Blutdruck bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Die Symptome bilden sich nach dem Absetzen des Lakritzverzehrs in der Regel wieder zurück.