Welche Symptome treten bei einer schweren Erdnussallergie auf?

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Bei einer schweren Erdnussallergie kann es zu einer lebensbedrohlichen systemischen Reaktion kommen, die als anaphylaktischer Schock (Anaphylaxie) bezeichnet wird. Die Symptome treten meist innerhalb von Sekunden oder Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen auf.

Hier sind die typischen Symptome, unterteilt nach den betroffenen Organsystemen:

1. Atemwege (sehr gefährlich)

  • Schwellungen: Zunge, Rachen oder Kehlkopf schwellen an, was das Atmen erschwert.
  • Atemnot: Ein Engegefühl in der Brust, Kurzatmigkeit oder keuchende Atemgeräusche (Wheezing).
  • Heiserkeit: Plötzliche Veränderung der Stimme.
  • Husten: Anhaltender Reizhusten.

2. Haut und Schleimhäute

  • Nesselsucht (Urtikaria): Juckende, rote Quaddeln am ganzen Körper.
  • Angioödem: Starke Schwellungen, besonders im Gesicht, an den Augenlidern oder Lippen.
  • Rötungen: Flächige Hautrötungen und starker Juckreiz (oft auch an Handflächen oder Fußsohlen).

3. Herz-Kreislauf-System

  • Blutdruckabfall: Schwindelgefühl, Benommenheit oder ein plötzliches Schwächegefühl.
  • Puls: Rasender Herzschlag (Tachykardie) oder ein schwacher, kaum tastbarer Puls.
  • Bewusstlosigkeit: Kollaps oder Ohnmacht.
  • Todesangst: Viele Betroffene berichten von einem massiven Unruhegefühl oder dem Gefühl, sterben zu müssen.

4. Magen-Darm-Trakt

  • Übelkeit und Erbrechen: Oft schwallartig direkt nach dem Verzehr.
  • Starke Bauchkrämpfe und Schmerzen.
  • Durchfall.

Wichtige Merkmale einer schweren Reaktion:

  1. Zwei-Phasen-Reaktion: Manchmal scheinen die Symptome abzuklingen, kehren aber nach einigen Stunden heftig zurück.
  2. Zeitfaktor: Je schneller die Symptome nach dem Kontakt auftreten, desto schwerwiegender ist in der Regel der Verlauf.
  3. Gefahr durch kleinste Mengen: Bei einer schweren Allergie können bereits Spuren (z. B. durch Küssen, Einatmen von Staub oder Kreuzkontamination) eine Reaktion auslösen.

Was ist im Notfall zu tun?

Wenn Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion auftreten:

  1. Notruf wählen (112): Sofort den Rettungsdienst rufen und das Stichwort „Anaphylaxie“ oder „allergischer Schock“ nennen.
  2. Adrenalin-Autoinjektor nutzen: Falls der Betroffene ein Notfallset hat, muss der Pen sofort in den äußeren Oberschenkel injiziert werden.
  3. Lagerung: Bei Atemnot aufrecht sitzen; bei Kreislaufproblemen Beine hochlagern; bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage.

Hinweis: Diese Informationen dienen der Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose. Wenn Sie vermuten, eine Erdnussallergie zu haben, lassen Sie dies unbedingt von einem Allergologen untersuchen.

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