Welche Schäden verursacht ausgelaufene Bremsflüssigkeit auf dem Fahrzeuglack?

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Ausgelaufene Bremsflüssigkeit ist für Fahrzeuglack extrem gefährlich und wirkt fast wie ein chemisches Abbeizmittel. Da die meisten Bremsflüssigkeiten (DOT 3, DOT 4 und DOT 5.1) auf Glykolether-Basis hergestellt werden, besitzen sie starke lösungsmittelähnliche Eigenschaften.

Hier sind die spezifischen Schäden, die entstehen:

1. Aufweichen der Lackschichten

Sobald die Bremsflüssigkeit mit dem Lack in Kontakt kommt, beginnt sie, die molekulare Struktur des Klarlacks und des darunter liegenden Basislacks aufzubrechen. Der Lack wird weich und gummiartig.

2. Blasenbildung (Quellen)

Innerhalb kürzester Zeit (oft nur Minuten) beginnt der Lack zu „arbeiten“. Es bilden sich typische Blasen, da sich die Lackschichten vom Untergrund (Grundierung oder Blech) lösen und aufquellen.

3. Ablösen und Abblättern

Wird die Flüssigkeit nicht sofort entfernt, frisst sie sich durch alle Schichten bis zum Metall durch. Der Lack lässt sich dann oft einfach mit einem Lappen wegwischen oder blättert von selbst großflächig ab.

4. Verfärbungen und Mattierung

Selbst wenn die Flüssigkeit nur sehr kurz einwirkt, kann sie den Klarlack tiefgreifend verfärben oder ihn stumpf und matt werden lassen. Diese Trübung lässt sich in der Regel nicht mehr wegpolieren, da die chemische Veränderung zu tief im Material sitzt.


Warum ist das so?

Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch (wasserziehend) und chemisch sehr aggressiv. Die chemische Zusammensetzung ist darauf ausgelegt, unter extremen Druck- und Temperaturbedingungen stabil zu bleiben, aber genau diese chemische Beständigkeit macht sie zu einem Feind für organische Polymere, aus denen moderner Autolack besteht.

Was ist zu tun, wenn Bremsflüssigkeit auf den Lack gelangt?

  1. Sofortiges Handeln: Sekunden zählen!
  2. Viel Wasser: Spülen Sie die Stelle sofort mit sehr viel klarem Wasser ab. Wasser neutralisiert die Bremsflüssigkeit und schwemmt sie weg.
  3. Nicht reiben: Tupfen Sie die Flüssigkeit vorsichtig mit einem saugfähigen Tuch ab, anstatt zu reiben, um die Flüssigkeit nicht noch tiefer in den (vielleicht schon aufgeweichten) Lack zu massieren.
  4. Autoshampoo nutzen: Waschen Sie die Stelle anschließend gründlich mit Autoshampoo, um alle Rückstände zu entfernen.

Ausnahme: DOT 5

Es gibt eine Ausnahme: DOT 5 Bremsflüssigkeit auf Silikonbasis. Diese greift den Lack normalerweise nicht an. Sie wird jedoch fast ausschließlich in Oldtimern oder speziellen US-Fahrzeugen verwendet und darf niemals mit den herkömmlichen DOT 4 oder 5.1 Flüssigkeiten gemischt werden.

Fazit: Wenn herkömmliche Bremsflüssigkeit auf den Lack gelangt und nicht innerhalb weniger Minuten gründlich mit Wasser entfernt wird, ist ein bleibender Lackschaden fast unvermeidbar, der meist nur durch eine Neulackierung des betroffenen Teils behoben werden kann.

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