Welche Schäden können am Fahrzeug entstehen, wenn der Wagenheber während der Nutzung abrutscht?
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Wenn ein Wagenheber während der Nutzung abrutscht, kann das nicht nur lebensgefährlich für Personen sein, die sich am oder unter dem Auto befinden, sondern auch massive und teure Schäden am Fahrzeug verursachen.
Hier sind die häufigsten Schäden, unterteilt nach Kategorien:
1. Schäden an der Karosserie
- Verformte Schweller: Dies ist der häufigste Schaden. Wenn der Wagenheber abrutscht, drückt er oft mit dem vollen Gewicht des Autos gegen die Blechkante oder die Kunststoffverkleidung des Schwellers. Das führt zu tiefen Dellen oder Knicken im Metall.
- Beschädigte Kotflügel oder Türen: Rutscht der Wagenheber zur Seite weg, kann er gegen die Tür oder den Kotflügel prallen und dort tiefe Kratzer, Beulen oder Lackabplatzungen verursachen.
- Eingedrücktes Bodenblech: Wenn der Wagenheber nicht an den verstärkten Aufnahmepunkten, sondern weiter innen am Unterboden abrutscht, kann er das relativ dünne Bodenblech durchschlagen oder tief eindrücken.
2. Schäden am Unterboden und an Leitungen
- Zerstörter Unterbodenschutz: Selbst wenn kein Metall verbogen wird, kratzt der abrutschende Wagenheber oft die schützende Bitumen- oder Kunststoffschicht am Unterboden ab. Dies ist ein "Spätschaden", da an diesen Stellen sehr schnell Rost entsteht.
- Beschädigung von Leitungen: Direkt unter dem Auto verlaufen oft Bremsleitungen, Kraftstoffleitungen oder Kabelbäume. Wenn der Wagenheber auf diese Leitungen knallt, können sie gequetscht oder aufgerissen werden, was zu gefährlichen Flüssigkeitsverlusten (Bremsflüssigkeit, Benzin) führt.
3. Schäden an Mechanik und Fahrwerk
- Verzogene Querlenker oder Achsteile: Fällt das Fahrzeug unkontrolliert auf den Wagenheber oder direkt auf den Boden, können Fahrwerkskomponenten wie Querlenker, Spurstangen oder die Antriebswelle verbiegen. Das beeinträchtigt das Fahrverhalten massiv.
- Schäden an der Bremsanlage: Wenn das Auto ohne Rad auf die Bremsscheibe oder das Ankerblech fällt, können diese Bauteile verformen oder brechen. Eine verzogene Bremsscheibe führt zu starkem Vibrieren beim Bremsen und muss ausgetauscht werden.
- Ölwanne oder Getriebe: In ungünstigen Fällen kann der Wagenheber oder ein harter Untergrund gegen die Ölwanne des Motors oder das Getriebegehäuse schlagen und Risse verursachen, was zu einem kapitalen Motorschaden führen kann.
4. Folgeschäden (Lack und Rost)
Jede tiefere Schramme im Lack oder im Unterbodenschutz, die bis zum blanken Metall reicht, ist eine Einladung für Korrosion. Da diese Stellen oft im Spritzwasserbereich liegen, rostet das Fahrzeug dort innerhalb kürzester Zeit unbemerkt von innen nach außen.
Zusammenfassung der Kosten
- Kleinere Dellen/Kratzer: 200 € – 500 € (Smart Repair).
- Schweller instand setzen und lackieren: 500 € – 1.500 €.
- Beschädigte Leitungen oder Fahrwerksteile: 300 € – über 1.000 €, je nach Modell.
Wie man es verhindert:
- Untergrund prüfen: Der Boden muss fest, eben und rutschsicher sein (kein loser Kies, kein weicher Asphalt im Sommer).
- Richtige Aufnahmepunkte: Nur die im Handbuch markierten Stellen nutzen.
- Sicherung: Niemals nur auf den Wagenheber verlassen. Immer zusätzlich Unterstellböcke verwenden.
- Gang und Bremse: Handbremse fest anziehen und den ersten Gang einlegen (bzw. P bei Automatik). Keile an den Rädern verwenden, die am Boden bleiben.