Welche Schäden entstehen, wenn man Rauleder mit Pflegemitteln für Glattleder behandelt?

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Die Behandlung von Rauleder (Suede, Velours oder Nubuk) mit Pflegemitteln für Glattleder (wie Cremes, Wachsen oder fetthaltigen Polituren) führt zu gravierenden optischen und funktionellen Veränderungen. Da Rauleder eine offenporige, geschliffene Oberfläche hat, reagiert es völlig anders auf diese Mittel als die versiegelte Oberfläche von Glattleder.

Hier sind die spezifischen Schäden und Probleme, die dabei entstehen:

1. Verkleben der Fasern (Pilling-Effekt)

Das charakteristische Merkmal von Rauleder ist der „Flor“ – die feinen, aufgestellten Lederfasern. Glattlederpflegemittel enthalten Wachse und Fette, die dazu führen, dass diese Fasern sofort miteinander verkleben. Das Leder verliert seine samtige Haptik und wird flach und glatt.

2. Speckiges Aussehen

Anstatt matt und edel zu wirken, bekommt das Leder einen unnatürlichen, fettigen Glanz. Es sieht dauerhaft „speckig“ oder schmutzig aus. Da das Pflegemittel tief in die offene Struktur einzieht, lässt sich dieser Glanz nicht einfach wegpolieren.

3. Starke Dunkelverfärbung und Fleckenbildung

Rauleder saugt Flüssigkeiten und Fette wie ein Schwamm auf. Glattledercremes verteilen sich auf der rauen Oberfläche meist ungleichmäßig. Das Ergebnis sind dunkle, irreversible Flecken und eine generelle Verdunkelung des Farbtons, die oft scheckig wirkt.

4. Verlust der Atmungsaktivität

Die Poren des Rauleders sind offen. Wachse und schwere Fette aus Glattlederprodukten verstopfen diese Poren komplett. Dadurch verliert das Material seine natürliche Atmungsaktivität – bei Schuhen führt dies zu einem schlechteren Fußklima und verstärkter Schweißbildung.

5. Schmutzmagnet

Durch die klebrigen Rückstände der Creme auf den Fasern bleibt Straßenschmutz und Staub viel leichter hängen. Der Schmutz verbindet sich mit dem Fett der Creme zu einer zähen Schicht, die sich nur sehr schwer wieder entfernen lässt.

6. Verhärtung des Leders

Wenn zu viel Fett oder Wachs tief in das Fasergewebe eindringt und dort trocknet, kann das Leder seine Flexibilität verlieren und mit der Zeit steif oder sogar brüchig werden.


Kann man den Schaden beheben?

Wenn das Malheur bereits passiert ist, ist die Rettung schwierig, aber manchmal möglich:

  1. Rauleder-Bürste: Versuchen Sie, mit einer Messing- oder Gummibürste für Rauleder die Fasern vorsichtig wieder aufzurichten (nur bei leichten Rückständen).
  2. Leder-Radiergummi: Spezielle Trockenreiniger für Rauleder können helfen, Verklebungen zu lösen.
  3. Spezialreiniger / Leder-Shampoo: Ein spezielles Reinigungskonzentrat für Rauleder kann helfen, die Fette aus den Fasern zu waschen.
  4. Abschleifen: In extremen Fällen kann man mit feinem Schleifpapier für Leder die oberste, verklebte Schicht vorsichtig abtragen (riskant!).

Fazit: Glattlederpflege ist der „Tod“ für die typische Rauleder-Optik. Rauleder benötigt ausschließlich Imprägniermittel (Sprays) und flüssige Pflegeprodukte, die keine Wachsschichten bilden, sowie regelmäßiges Aufbürsten.

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