Wie stark schädigt der lange Kontakt mit dem Zucker eines Lutschers den Zahnschmelz?

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Der lange Kontakt mit dem Zucker eines Lutschers schädigt den Zahnschmelz massiv und überproportional stark im Vergleich zu Süßigkeiten, die schnell verzehrt werden (wie z. B. ein Stück Schokolade).

Hier ist die detaillierte Erklärung, warum Lutscher besonders schädlich sind:

1. Der Zeitfaktor ist entscheidend

In der Zahnmedizin gilt die Regel: Nicht die Menge des Zuckers ist das Hauptproblem, sondern die Dauer der Einwirkung.

  • Wenn Sie ein Stück Schokolade essen, steigt der Säurespiegel im Mund kurz an und sinkt dann wieder.
  • Bei einem Lutscher wird über 10, 20 oder sogar 30 Minuten kontinuierlich Zucker in den Speichel abgegeben. Das bedeutet, der pH-Wert im Mund bleibt über den gesamten Zeitraum im kritischen Bereich.

2. Die Säureattacke

Die Bakterien in der Mundflora (vor allem Streptococcus mutans) wandeln den Zucker in Säure um. Diese Säure löst Mineralien (Kalzium und Phosphat) aus dem Zahnschmelz heraus. Dieser Prozess wird Demineralisation genannt. Normalerweise hat der Speichel die Aufgabe, diese Säuren zu neutralisieren und den Zahn wieder zu remineralisieren. Bei einem Lutscher kommt der Speichel aber nicht gegen die ständige Neuzufuhr von Zucker an. Der Zahn befindet sich quasi in einem "Dauersäurebad".

3. Die klebrige Konsistenz

Lutscher bestehen fast vollständig aus Zuckerarten (Saccharose, Glukosesirup), die oft sehr klebrig sind. Der klebrige Speichel-Zucker-Film legt sich in die Fissuren (Grübchen) der Backenzähne und in die Zahnzwischenräume. Dort können die Bakterien noch lange weiterarbeiten, selbst wenn der Lutscher schon längst aufgegessen ist.

4. Besondere Gefahr für Kinder

Kinder sind die Hauptzielgruppe für Lutscher, haben aber oft noch Milchzähne oder frisch durchgebrochene bleibende Zähne.

  • Milchzähne haben einen viel dünneren und weniger widerstandsfähigen Zahnschmelz als bleibende Zähne. Karies erreicht hier viel schneller das Zahninnere (Dentin und Nerv).
  • Dauerschäden: Häufiger Lutscher-Konsum kann zu "Circular-Karies" führen, bei der sich die Karies ringförmig um den Zahnhals frisst.

Wie groß ist der Schaden konkret?

  • Kurzfristig: Auf weicheren Stellen des Zahnschmelzes entstehen weiße Flecken ("White Spots"). Das ist ein Zeichen für beginnende Karies (Initialkaries).
  • Langfristig: Wenn die Remineralisationsphasen fehlen, bricht der Zahnschmelz ein und es entstehen Löcher. Zudem steigt das Risiko für Zahnfleischentzündungen, da der bakterielle Biofilm (Plaque) durch den Zucker extrem schnell wächst.

Was kann man tun, wenn man doch mal nascht?

  1. Wasser trinken: Nach dem Lutscher den Mund mit Wasser ausspülen, um die Zuckerkonzentration zu senken.
  2. Nicht sofort Zähneputzen: Warten Sie nach dem Lutscher etwa 30 bis 60 Minuten mit dem Putzen. Da der Zahnschmelz durch die Säure aufgeweicht ist, würden Sie ihn mit der Zahnbürste regelrecht abscheuern (Erosion).
  3. Xylit-Kaugummi: Ein Kaugummi mit Xylit regt den Speichelfluss an und hilft, die Säure schneller zu neutralisieren.
  4. Zuckerfreie Alternativen: Es gibt Lutscher mit dem Zahnmännchen-Symbol, die mit Zuckeraustauschstoffen (wie Isomalt oder Xylit) hergestellt werden. Diese sind für die Zähne unbedenklich.

Fazit: Ein Lutscher ist für die Zähne eine der schädlichsten Süßigkeiten überhaupt, da er die natürliche Selbstreinigung des Mundes über einen langen Zeitraum komplett außer Kraft setzt.

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