Welche Pflanzen vertragen keinen Rindenmulch?

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Rindenmulch ist im Garten zwar beliebt, um Unkraut zu unterdrücken und Feuchtigkeit zu speichern, aber er ist nicht für alle Pflanzen geeignet.

Das Problem bei Rindenmulch (meist von Fichten oder Kiefern) ist zweierlei:

  1. Stickstoffentzug: Mikroorganismen, die die Rinde zersetzen, entziehen dem Boden dafür Stickstoff.
  2. Übersäuerung: Rindenmulch enthält Gerbsäuren und senkt beim Verrotten den pH-Wert des Bodens (er macht ihn sauer).

Hier sind die Pflanzengruppen, die Rindenmulch nicht vertragen:

1. Mediterrane Kräuter und Stauden

Diese Pflanzen lieben magere, kalkhaltige und eher trockene Böden. Der saure und feuchte Rindenmulch führt bei ihnen oft zu Wurzelfäule.

  • Lavendel
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Thymian
  • Oregano
  • Blauraute

2. Kalkliebende Pflanzen

Pflanzen, die einen hohen pH-Wert (alkalisch) benötigen, leiden unter der Ansäuerung durch die Rinde.

  • Buchsbaum
  • Clematis (Waldreben)
  • Pfingstrosen (Paeonia)
  • Flieder
  • Christrosen (Helleborus)

3. Rosen

Rosen sind Starkzehrer und sehr empfindlich gegenüber Stickstoffmangel. Zudem können die im Mulch enthaltenen Gerbstoffe das Wachstum der Rosen hemmen. Mulch fördert zudem ein feuchtes Kleinklima am Boden, was Pilzkrankheiten wie Sternrußtau begünstigen kann.

  • Alternative für Rosen: Spezieller Rosenmulch oder Grünschnitt/Kompost.

4. Steingartenpflanzen

Diese Pflanzen sind an karge, durchlässige Böden angepasst. Rindenmulch speichert zu viel Feuchtigkeit und führt zum Faulen der Polsterpflanzen.

  • Hauswurz (Sempervivum)
  • Sedum-Arten (Fetthenne)
  • Steinkraut

5. Gemüse und einjährige Blumen

Die meisten Gemüsesorten benötigen viel Stickstoff und einen neutralen Boden. Rindenmulch würde das Wachstum stark hemmen.

  • Salate, Tomaten, Gurken etc.
  • Sommerblumen (wie Geranien oder Petunien im Beet)

6. Junge Pflanzen und Sämlinge

Die in frischem Rindenmulch enthaltenen Hemmstoffe (Gerbsäuren/Phenole) dienen dem Baum eigentlich dazu, Keimlinge unter der Krone zu unterdrücken. Das gilt leider auch für Ihre Gartenpflanzen.


Was kann man stattdessen tun?

Wenn Sie Pflanzen haben, die keinen Rindenmulch vertragen, gibt es Alternativen:

  • Kies oder Splitt: Ideal für mediterrane Kräuter und Steingärten.
  • Häckselgut von Laubholz: Neutraler als Nadelholzrinde.
  • Rasenschnitt (getrocknet): Gut für Gemüsebeete (dünn ausstreuen!).
  • Unterpflanzung: Bodendecker (wie Frauenmantel oder Storchschnabel) übernehmen die Funktion des Mulchs auf natürliche Weise.

Wichtiger Tipp, falls Sie doch mulchen: Wenn Sie Rindenmulch bei Pflanzen verwenden, die ihn "gerade noch so" vertragen, streuen Sie vorher unbedingt Hornspäne aus. Diese gleichen den Stickstoffverlust aus, den der Mulch verursacht.