Was genau ist Rindenmulch und woraus besteht er?
Rindenmulch ist ein organisches Material, das im Gartenbau und in der Landschaftsgestaltung flächig auf den Boden ausgebracht wird. Er dient als Schutzschicht und zur Bodenverbesserung.
Hier ist die genaue Aufschlüsselung, was er ist und woraus er besteht:
1. Woraus besteht Rindenmulch?
Wie der Name schon sagt, besteht Rindenmulch aus der zerkleinerten Rinde von Bäumen. Es handelt sich dabei um ein reines Naturprodukt, das als Nebenprodukt in der Holzindustrie (Sägewerke) anfällt, wenn Baumstämme für die Weiterverarbeitung entrindet werden.
Die am häufigsten verwendeten Baumarten sind:
- Fichte: Die gängigste und günstigste Variante. Sie verrottet relativ schnell.
- Kiefer: Ebenfalls sehr verbreitet, hält etwas länger als Fichte und hat eine rötlich-braune Farbe.
- Pinie (Pinienrinde): Gilt als die edelste Variante. Sie ist deutlich haltbarer, riecht angenehm mediterran und hat eine schöne, dekorative Färbung. Sie ist jedoch teurer, da sie meist aus dem Mittelmeerraum importiert wird.
- Lärche oder Douglasie: Diese Rinden sind besonders widerstandsfähig gegen Fäulnis.
2. Wie wird er hergestellt?
Nachdem die Rinde von den Stämmen geschält wurde, wird sie in speziellen Anlagen mechanisch zerkleinert (geschreddert). Anschließend wird das Material gesiebt, um verschiedene Körnungen (Größen) zu erhalten:
- Fein (ca. 0–20 mm): Gut für kleinere Beete oder Töpfe.
- Mittel (ca. 10–40 mm): Der Standard für Gartenbeete.
- Grob (ca. 40–80 mm): Ideal für Wege oder große Flächen unter Bäumen.
3. Was bewirkt Rindenmulch? (Die Funktion)
Rindenmulch ist mehr als nur Dekoration. Er hat mehrere nützliche Eigenschaften:
- Unkrautunterdrückung: Die Schicht blockiert das Licht, das Unkrautsamen zum Keimen brauchen. Zudem enthalten Nadelholzrinden Gerbstoffe (Tannine), die das Wachstum von Keimlingen hemmen.
- Feuchtigkeitsspeicher: Der Boden unter dem Mulch trocknet nicht so schnell aus, da die Verdunstung reduziert wird.
- Temperaturschutz: Im Sommer bleibt der Boden kühler, im Winter dient die Schicht als leichter Frostschutz für die Wurzeln.
- Erosionsschutz: Bei starkem Regen wird die Erde nicht so leicht weggeschwemmt.
- Humusbildung: Mit der Zeit zersetzt sich der Mulch und wird zu wertvollem Humus.
4. Was man beachten sollte (Nachteile/Risiken)
Obwohl Rindenmulch viele Vorteile hat, gibt es zwei wichtige Punkte zu beachten:
- Stickstoffmangel: Mikroorganismen, die die Rinde zersetzen, verbrauchen dabei Stickstoff aus dem Boden. Deshalb sollte man vor dem Mulchen eine Handvoll Hornspäne (Stickstoffdünger) auf die Erde streuen, damit die Pflanzen keinen Mangel erleiden.
- Säuregehalt: Rindenmulch ist von Natur aus sauer (niedriger pH-Wert). Das ist super für Pflanzen wie Rhododendren, Farne oder Hortensien, aber weniger gut für Pflanzen, die kalkhaltigen Boden bevorzugen (z. B. viele Steingartenpflanzen oder Lavendel).
- Qualität: Günstiger Rindenmulch kann manchmal mit Holzresten gestreckt sein oder einen hohen Anteil an Cadmium (Schwermetall) enthalten. Achten Sie auf das RAL-Gütezeichen, um sicherzugehen, dass es sich um reine Rinde handelt.
Zusammenfassend: Rindenmulch ist geschredderte Baumrinde (meist Nadelholz), die als natürlicher „Schutzteppich“ für Gartenböden fungiert.