Welche Personengruppen haben einen erhöhten Bedarf an Magnesium?

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Magnesium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der an über 300 Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt ist (z. B. Muskelfunktion, Energiestoffwechsel und Nervensystem). Während der durchschnittliche Tagesbedarf für Erwachsene laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) bei etwa 300 bis 400 mg liegt, gibt es bestimmte Personengruppen, die einen deutlich erhöhten Bedarf haben:

1. Sportler und körperlich schwer arbeitende Menschen

Wer viel schwitzt, verliert Mineralstoffe – darunter auch Magnesium. Zudem verbrauchen Muskeln bei hoher Belastung mehr Energie, wofür Magnesium als Co-Faktor benötigt wird.

  • Warum: Verlust über den Schweiß und erhöhter Umsatz im Energiestoffwechsel.

2. Schwangere und Stillende

In der Schwangerschaft muss die Mutter das ungeborene Kind mitversorgen. Zudem verändert sich der Hormonhaushalt, was dazu führt, dass mehr Magnesium über den Urin ausgeschieden wird.

  • Warum: Aufbau von fötalem Gewebe und Knochen; Vorbeugung von vorzeitigen Wehen oder Wadenkrämpfen.
  • Hinweis: Stillende haben einen noch höheren Bedarf, da Magnesium direkt über die Muttermilch an den Säugling abgegeben wird.

3. Jugendliche im Wachstum

In der Pubertät finden massive Umbauprozesse im Körper statt (Knochenwachstum, Muskelaufbau, hormonelle Umstellung).

  • Warum: Magnesium ist ein wichtiger Baustein für das Skelettsystem und die Zellteilung.

4. Menschen unter hohem Stress

Bei psychischem oder physischem Stress schüttet der Körper vermehrt Stresshormone (wie Adrenalin und Cortisol) aus. Diese sorgen dafür, dass Magnesium verstärkt über die Nieren ausgeschieden wird.

  • Warum: „Stressfresser“ – Magnesium hilft, das Nervensystem zu beruhigen; bei Stress wird es jedoch schneller verbraucht.

5. Diabetiker (Typ 1 und Typ 2)

Menschen mit Diabetes scheiden aufgrund des erhöhten Blutzuckerspiegels oft vermehrt Urin aus. Dabei geht überproportional viel Magnesium verloren.

  • Warum: Erhöhte renale (über die Nieren) Ausscheidung.

6. Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen

Chronische Erkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie oder chronischer Durchfall behindern die Aufnahme (Resorption) von Magnesium aus der Nahrung im Darm.

  • Warum: Gestörte Nährstoffaufnahme im Verdauungstrakt.

7. Ältere Menschen

Senioren haben oft aus zwei Gründen einen Mangel:

  1. Geringere Nahrungsaufnahme: Man isst und trinkt im Alter oft weniger.
  2. Geringere Resorption: Der Körper kann Nährstoffe im Alter oft nicht mehr so effizient verwerten.

8. Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen

Einige Medikamente wirken als „Magnesiumräuber“:

  • Entwässerungstabletten (Diuretika): Erhöhen die Ausscheidung.
  • Magenschutzmittel (Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol/Pantoprazol): Können die Aufnahme von Magnesium aus der Nahrung über einen längeren Zeitraum hemmen.
  • Die Antibabypille: Kann den Bedarf an verschiedenen Mikronährstoffen erhöhen.

9. Menschen mit hohem Alkoholkonsum

Alkohol wirkt harntreibend und stört zudem die Rückgewinnung von Magnesium in den Nieren. Bei chronischem Alkoholkonsum ist ein Magnesiummangel sehr häufig.


Woran erkennt man einen Mehrbedarf oder Mangel?

Typische Anzeichen können sein:

  • Wadenkrämpfe oder Muskelzucken (z. B. am Augenlid).
  • Innere Unruhe, Reizbarkeit oder Schlafstörungen.
  • Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich.
  • Herzrasen oder Herzstolpern.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie vermuten, einen erhöhten Bedarf zu haben, empfiehlt es sich, dies ärztlich abzuklären, bevor Sie zu hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Eine Überdosierung kann zu weichem Stuhl oder Durchfall führen.