Welche ökologischen Probleme bringt der Verzehr von industriell gefertigten Fischstäbchen mit sich?

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Der Verzehr von industriell gefertigten Fischstäbchen ist aus ökologischer Sicht problematisch, da er verschiedene Ebenen der Umweltbelastung miteinander verbindet – von der Überfischung der Meere bis hin zu langen Transportwegen und der Problematik der verwendeten Zusatzstoffe.

Hier sind die wichtigsten ökologischen Probleme im Detail:

1. Überfischung und Bestandsgefährdung

Die meisten Fischstäbchen bestehen aus Alaska-Seelachs (der kein Lachs ist, sondern zur Familie der Dorsche gehört) oder Seehecht.

  • Industrieller Maßstab: Um die enorme Nachfrage nach günstigen Fischstäbchen zu bedienen, wird in riesigen Mengen gefischt. Auch wenn einige Bestände (z. B. im Nordpazifik) als stabil gelten, führt die industrielle Befischung oft dazu, dass Bestände an ihre Belastungsgrenzen geraten.
  • Verlust der Artenvielfalt: Wenn eine Art massiv entnommen wird, gerät das gesamte marine Ökosystem aus dem Gleichgewicht, da Räuber-Beute-Beziehungen gestört werden.

2. Destruktive Fangmethoden und Beifang

Fischstäbchen-Fisch wird meist mit riesigen Schleppnetzen gefangen.

  • Beifang: In den Netzen landen nicht nur die Zielfische, sondern auch Jungfische, andere Fischarten, Meeresschildkröten, Delfine oder Seevögel. Diese sterben oft und werden als „Abfall“ zurück ins Meer geworfen.
  • Zerstörung des Meeresbodens: Werden Grundschleppnetze eingesetzt (eher seltener bei Alaska-Seelachs, aber bei anderen Arten), pflügen diese den Meeresboden um und zerstören empfindliche Habitate wie Korallen oder Schwämme.

3. Lange Transportwege und CO2-Bilanz

Die Lieferkette von Fischstäbchen ist oft absurd lang und energieintensiv:

  • Globales Filetieren: Es ist keine Seltenheit, dass Fisch im Nordpazifik gefangen, tiefgefroren nach China oder Südostasien zur Verarbeitung (Filetieren und Panieren) verschifft und dann wieder zurück nach Europa transportiert wird, weil die Lohnkosten dort niedriger sind.
  • Kühlkette: Fischstäbchen müssen durchgehend bei mindestens -18 °C gelagert werden. Die Aufrechterhaltung dieser Tiefkühlkette vom Fangschiff über das Lager bis in den Supermarkt verbraucht enorme Mengen an Energie.

4. Die Panade: Palmöl und Monokulturen

Ein Fischstäbchen besteht zu ca. 35 % bis 50 % aus Panade.

  • Pflanzenöl: Für das Vorfrittieren in der Fabrik wird oft Palmöl verwendet. Dessen Gewinnung ist weltweit die Hauptursache für die Zerstörung von Regenwäldern und den Verlust von Biodiversität. Selbst wenn zertifiziertes Palmöl verwendet wird, bleibt die ökologische Bilanz umstritten.
  • Weizen: Der Weizen für das Paniermehl stammt oft aus intensiver Landwirtschaft, die mit Pestiziden und Kunstdünger arbeitet, was Böden und Grundwasser belastet.

5. Energieintensive Verarbeitung

Die industrielle Herstellung erfordert viele Prozessschritte: Waschen, Zerteilen, Panieren, Vorfrittieren, Schockfrosten und Verpacken. Jeder dieser Schritte benötigt Wasser und Strom. Zudem fallen in den Fabriken organische Abfälle und Abwässer an.

6. Mikroplastik und Schadstoffe

Die industrielle Fischerei selbst trägt zur Verschmutzung der Meere bei:

  • Geisternetze: Verlorene oder weggeworfene Fischernetze aus Kunststoff machen einen großen Teil des Plastikmülls in den Ozeanen aus („Geisternetze“), die über Jahrhunderte im Meer verbleiben und Tiere töten.
  • Schadstoffbelastung: Da die Weltmeere belastet sind, reichern sich Quecksilber und Mikroplastik im Fischfleisch an, was wiederum über die Nahrungskette zurück zum Menschen gelangt.

Worauf kann man achten? (Lösungsansätze)

Falls man nicht auf Fischstäbchen verzichten möchte, gibt es Möglichkeiten, den ökologischen Fußabdruck zu verringern:

  1. Siegel beachten: Das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) ist ein Mindeststandard für nachhaltige Fischerei, steht aber auch in der Kritik. Das Naturland-Wildfisch-Siegel oder Bio-Siegel (für Zuchtfisch wie ASC) haben oft strengere Kriterien.
  2. Herkunft prüfen: Auf der Verpackung steht meist das Fanggebiet. Heimischer Fisch (z.B. aus Nord- oder Ostsee) hat kürzere Transportwege.
  3. Pflanzliche Alternativen: Es gibt mittlerweile viele vegane Fischstäbchen auf Basis von Reis, Schwarzwurzeln oder Soja. Diese haben meist eine deutlich bessere CO2-Bilanz und belasten die Meere nicht.
  4. Selber machen: Frischen Fisch (am besten Bio-Karpfen oder Forelle aus regionaler Aquakultur) kaufen und selbst panieren – so vermeidet man unnötige Zusatzstoffe und schlechte Öle.
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