Welche negativen Auswirkungen haben die in Milchdrinks enthaltenen Phosphate auf den Knochenstoffwechsel?

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Phosphate sind zwar lebensnotwendige Mineralstoffe, doch ein Übermaß – insbesondere durch künstliche Zusätze in hochverarbeiteten Lebensmitteln wie vielen Milchdrinks – kann den Knochenstoffwechsel massiv stören.

Das Hauptproblem ist die Störung des empfindlichen Kalzium-Phosphat-Gleichgewichts. Hier sind die spezifischen negativen Auswirkungen im Detail:

1. Aktivierung des Parathormons (Der „Knochenräuber“)

Der Körper versucht stets, das Verhältnis von Kalzium zu Phosphat im Blut stabil zu halten (ideal ist etwa 1:1). Wenn Sie durch einen Milchdrink große Mengen an Phosphaten aufnehmen, steigt der Phosphatspiegel im Blut an.

  • Die Reaktion: Die Nebenschilddrüse registriert den Anstieg und schüttet Parathormon (PTH) aus.
  • Die Folge: Parathormon hat die Aufgabe, den Kalziumspiegel im Blut zu erhöhen, um das Ungleichgewicht auszugleichen. Da der Körper das Kalzium nicht schnell genug aus der Nahrung beziehen kann, löst er Kalzium aus den Knochen heraus. Der Knochen dient hierbei als "Notfall-Lager", das geplündert wird, was langfristig die Knochendichte verringert.

2. Hemmung der Vitamin-D-Aktivierung

Phosphate beeinflussen indirekt die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm.

  • Ein hoher Phosphatspiegel hemmt in den Nieren die Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form (Calcitriol).
  • Ohne ausreichend aktives Vitamin D kann der Darm weniger Kalzium aus der Nahrung aufnehmen. Dies verschärft den Kalziummangel im Blut und zwingt den Körper erneut dazu, auf die Reserven in den Knochen zurückzugreifen.

3. Bildung von FGF23

Bei hoher Phosphataufnahme bildet der Körper das Hormon FGF23 (Fibroblast Growth Factor 23).

  • FGF23 sorgt dafür, dass die Niere vermehrt Phosphat ausscheidet.
  • Gleichzeitig unterdrückt FGF23 jedoch ebenfalls die Bildung von aktivem Vitamin D, was – wie oben beschrieben – den Knochenstoffwechsel schädigt.

4. Das Problem der „anorganischen“ Phosphate in Milchdrinks

In natürlichen Lebensmitteln (wie reiner Milch oder Fleisch) liegen Phosphate organisch gebunden vor und werden vom Körper nur zu etwa 40–60 % aufgenommen.

In vielen Milchdrinks (besonders Schokomilch, Proteinshakes oder haltbaren Mischgetränken) werden jedoch anorganische Phosphate als Zusatzstoffe verwendet (z. B. als Stabilisatoren, Emulgatoren oder Säureregulatoren, erkennbar an E-Nummern wie E338, E339, E450).

  • Diese anorganischen Phosphate sind nicht an Proteine gebunden.
  • Sie werden zu nahezu 100 % ins Blut aufgenommen.
  • Dadurch wird der Körper mit einer „Phosphat-Flut“ überschwemmt, auf die der Knochenstoffwechsel sofort negativ reagiert.

5. Langfristige Folgen

Wenn regelmäßig phosphatreiche Milchdrinks konsumiert werden, kann dies folgende Konsequenzen haben:

  • Osteoporose-Risiko: Durch den ständigen Entzug von Kalzium wird die Knochenmatrix geschwächt. Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist dies kritisch, da sie in der Wachstumsphase eine maximale Knochendichte aufbauen müssen.
  • Gefäßverkalkung: Das aus dem Knochen gelöste Kalzium kann sich zusammen mit dem überschüssigen Phosphat in den Gefäßwänden ablagern (Monckeberg-Sklerose), was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.

Fazit

Während das Kalzium in der Milch eigentlich gut für die Knochen ist, können die zugesetzten Phosphate in verarbeiteten Milchdrinks diesen positiven Effekt ins Gegenteil verkehren. Man spricht hierbei oft von „Kalziumräubern“.

Tipp: Achten Sie bei Milchdrinks auf die Zutatenliste. Meiden Sie Produkte mit Zusätzen wie „Phosphate“, „Diphosphate“ oder Bezeichnungen wie „Kaliumphosphat“ und „Natriumphosphat“. Naturbelassene Milch oder ungesüßte Pflanzendrinks ohne Phosphatzusatz sind die knochenfreundlichere Wahl.

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