Welche Nebenwirkungen oder Hautreizungen können durch die Hitze entstehen?

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Hitze kann die Haut auf vielfältige Weise belasten. Dabei unterscheidet man zwischen direkten Hautreizungen durch Schweiß und gestaute Wärme sowie Reaktionen auf UV-Strahlung oder chronische Wärmeeinwirkung.

Hier sind die häufigsten Nebenwirkungen und Hautprobleme, die durch Hitze entstehen können:

1. Hitzepusteln (Miliaria)

Dies ist die häufigste Hautreaktion bei Hitze, oft auch „Hitzefrieseln“ genannt. Sie entstehen, wenn die Schweißdrüsengänge verstopfen und der Schweiß nicht abfließen kann.

  • Miliaria crystallina: Kleine, klare Bläschen, die meist schmerzfrei sind und schnell platzen.
  • Miliaria rubra (Roter Hund): Rote, juckende Knötchen oder Pusteln. Sie entstehen in tieferen Hautschichten und können unangenehm brennen oder stechen.

2. Hitzeschwellungen (Hitzeödeme)

Bei hohen Temperaturen weiten sich die Blutgefäße, um den Körper zu kühlen. Dadurch kann Flüssigkeit ins umliegende Gewebe austreten.

  • Symptome: Geschwollene Füße, Knöchel oder Hände.
  • Abhilfe: Beine hochlegen und kühlen.

3. Sonnenbrand (Dermatitis solaris)

Obwohl technisch gesehen durch UV-Strahlung verursacht, tritt er meist in Kombination mit Hitze auf.

  • Symptome: Rötung, Schmerzen, Hitzegefühl der Haut, Blasenbildung (bei schweren Verbrennungen).
  • Langzeitfolge: Erhöhtes Hautkrebsrisiko und vorzeitige Hautalterung.

4. Sonnenallergie & Mallorca-Akne

  • Sonnenallergie (Polymorphe Lichtdermatose): Juckende Flecken, Bläschen oder Quaddeln nach der ersten starken Sonnenexposition.
  • Mallorca-Akne: Eine Reaktion von UV-Licht mit Inhaltsstoffen von Sonnenschutzmitteln oder körpereigenem Talg, die zu akneähnlichen Pusteln führt.

5. Austrocknung und Barriere-Störung

Hitze führt zu vermehrtem Schwitzen. Wenn die Feuchtigkeit verdunstet und man nicht genug trinkt, trocknet die Haut aus.

  • Symptome: Die Haut spannt, wird schuppig oder rissig.
  • Reizung: Schweiß enthält Salze, die auf der Haut zurückbleiben und besonders in Hautfalten (Achseln, Leiste, unter der Brust) zu Reizungen und Rötungen führen können (Intertrigo).

6. Verschlimmerung bestehender Hautleiden

Hitze ist ein bekannter Trigger für bestimmte chronische Hautkrankheiten:

  • Rosacea: Die Hitze weitet die Gefäße im Gesicht, was zu starken Rötungen („Flush“) führen kann.
  • Neurodermitis: Schweiß auf der Haut kann extremen Juckreiz auslösen und einen Schub provozieren.
  • Psoriasis: Manche Patienten reagieren empfindlich auf starkes Schwitzen.

7. Erythema ab igne (Hitzemuster)

Dies entsteht nicht durch Sommerhitze, sondern durch chronische Einwirkung von milder Wärme (z. B. Wärmflaschen, Sitzheizung oder Laptop auf den Oberschenkeln).

  • Symptome: Eine netzartige, rötlich-bräunliche Verfärbung der Haut, die dauerhaft bleiben kann.

8. Bakterielle Infektionen und Pilze

Das feucht-warme Klima auf der Haut ist ein idealer Nährboden für Mikroorganismen.

  • Folge: Erhöhtes Risiko für Fußpilz, Hefepilzinfektionen in Hautfalten oder Entzündungen der Haarbalge (Follikulitis).

Was kann man tun?

  1. Kühlung: Lauwarm duschen (nicht eiskalt, da der Körper sonst nachheizt).
  2. Kleidung: Luftige, helle Kleidung aus Naturfasern (Leinen, Baumwolle), die den Schweiß abtransportiert.
  3. Hautpflege: Im Sommer leichtere Feuchtigkeitscremes auf Wasserbasis statt fettiger Salben verwenden (um Hitzestau zu vermeiden).
  4. Trinken: Ausreichend Wasser trinken, um die Haut von innen mit Feuchtigkeit zu versorgen.
  5. Schweiß abwaschen: Nach starkem Schwitzen den Schweiß zeitnah abduschen, damit die Salze die Haut nicht reizen.

Hinweis: Wenn Hautreaktionen mit Fieber, starken Schmerzen oder großflächiger Blasenbildung einhergehen, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.