Welche Materialien werden üblicherweise für günstige Brillengestelle verwendet?

Bearbeiten
Löschen

Bei günstigen Brillengestellen kommen Materialien zum Einsatz, die sich besonders gut für die Massenproduktion eignen und deren Rohstoffpreise vergleichsweise niedrig sind. Man unterscheidet hierbei hauptsächlich zwischen Kunststoffen und Metallen.

Hier sind die gängigsten Materialien:

1. Kunststoffe

  • TR-90 (Grilamid): Dies ist ein thermoplastisches Polyamid. Es ist derzeit extrem populär für günstige Brillen (besonders Sportbrillen oder leichte Alltagsbrillen).
    • Vorteile: Extrem leicht, sehr flexibel, bruchsicher und hypoallergen.
    • Nachteil: Es lässt sich durch Wärme kaum anpassen (es springt immer in die Ursprungsform zurück).
  • Zellulosepropionat (CP): Ein spritzgegossener Kunststoff, der oft für sehr preiswerte Gestelle verwendet wird.
    • Vorteile: Es ist glänzender und leichter als Standard-Acetat und lässt sich sehr schnell verarbeiten.
    • Nachteil: Es ist weniger haltbar als hochwertiges Acetat und kann bei Hitze schneller seine Form verlieren.
  • Polycarbonat (PC): Dieses Material wird oft für billige Lesehilfen aus dem Supermarkt oder für Schutzbrillen verwendet.
    • Vorteile: Sehr schlagfest und extrem günstig in der Herstellung.
    • Nachteil: Es ist starr, lässt sich fast gar nicht anpassen und kann mit der Zeit spröde werden.
  • Acetat (in der günstigen Variante): Während hochwertiges Acetat teuer sein kann, gibt es günstigere Varianten, die maschinell gefräst und weniger aufwendig poliert werden.
    • Vorteile: Schöne Farben und Muster möglich, gute Hautverträglichkeit.

2. Metalle

  • Monel (Neusilber): Eine Legierung aus Nickel und Kupfer (manchmal mit Anteilen von Zink oder Mangan). Dies ist das Standardmaterial für preiswerte Metallbrillen.
    • Vorteile: Es ist korrosionsbeständig und lässt sich leicht formen und anpassen.
    • Nachteil: Es enthält Nickel, was bei vielen Menschen Allergien auslöst. Wenn die Beschichtung abplatzt, kann es zu Hautreizungen kommen.
  • Edelstahl (Stainless Steel): Inzwischen sind auch viele günstige Gestelle aus Edelstahl gefertigt.
    • Vorteile: Es ist robuster als Monel, meist nickelfrei (oder nickelarm) und sehr leicht.
    • Nachteil: Die Verarbeitung (Schweißen/Löten) ist etwas aufwendiger als bei Monel, was den Preis minimal hebt.
  • Aluminium: Wird gelegentlich für den günstigen bis mittleren Preisbereich verwendet.
    • Vorteile: Sehr leicht und korrosionsbeständig.
    • Nachteil: Es ist spröde und lässt sich nach dem Verbiegen nur schwer wieder in Form bringen, ohne zu brechen.

3. Woran erkennt man "günstige" Materialien oft?

  • Spritzguss-Nähte: Bei billigen Kunststoffbrillen sieht man oft eine feine Linie an den Seiten, wo die Formhälften beim Gießen aufeinandergetroffen sind.
  • Einfache Scharniere: Statt aufwendiger Federscharniere werden oft einfache Standard-Scharniere verwendet, die direkt in den Kunststoff eingegossen sind.
  • Beschichtung statt Materialfarbe: Bei günstigen Metallbrillen ist die Farbe oft nur aufgesprüht und kann nach einiger Zeit abblättern, während hochwertige Brillen oft galvanisiert oder ionenbeschichtet sind.

Fazit: Wenn Sie ein günstiges Gestell suchen, ist TR-90 oft die beste Wahl für Kunststoff (wegen der Haltbarkeit) und Edelstahl die beste Wahl für Metall (wegen der Allergiefreiheit).