Welche Kreuzallergien können bei Menschen mit einer Pollenallergie durch den Verzehr von Paprika ausgelöst werden?
Bei einer Pollenallergie kann der Verzehr von Paprika zu sogenannten Kreuzallergien führen. Das passiert, weil die Proteine in bestimmten Pollen denen in der Paprika strukturell sehr ähnlich sind und das Immunsystem sie verwechselt.
Die wichtigsten Kreuzallergien im Zusammenhang mit Paprika sind:
1. Beifußpollen (Beifuß-Gewürz-Syndrom)
Dies ist die häufigste Verbindung. Menschen, die auf Beifußpollen allergisch reagieren, zeigen oft Reaktionen auf verschiedene Gewürze und Gemüse.
- Betroffene Lebensmittel: Neben Paprika gehören oft auch Sellerie, Karotten, Fenchel, Anis, Koriander, Kümmel und Kamille dazu.
- Symptome: Meist ein Kribbeln oder Brennen im Mund- und Rachenraum (Orales Allergiesyndrom).
2. Birkenpollen (Birkenpollen-Nuss-Kernobst-Syndrom)
Obwohl Paprika nicht das typische „Birken-Lebensmittel“ (wie Apfel oder Haselnuss) ist, kann es aufgrund von Ähnlichkeiten bei den sogenannten Bet-v-1-verwandten Proteinen zu Kreuzreaktionen kommen.
- Hintergrund: Diese Proteine sind hitzelabil. Das bedeutet, dass viele Betroffene rohe Paprika nicht vertragen, gekochte oder gedünstete Paprika hingegen schon.
3. Gräserpollen
In selteneren Fällen können auch Menschen mit einer starken Gräserpollenallergie auf Paprika reagieren. Dies liegt meist an den sogenannten Profilinen, das sind Proteine, die in fast allen Pflanzen vorkommen und als „Minorallergene“ für Kreuzreaktionen über Artgrenzen hinweg verantwortlich sind.
4. Besonderheit: Latex-Frucht-Syndrom
Dies ist zwar keine Pollenallergie im klassischen Sinne, aber eine sehr bekannte Kreuzallergie. Wer gegen Naturlatex allergisch ist, reagiert oft auch auf Paprika sowie auf Avocado, Banane und Kiwi.
Typische Symptome einer Kreuzallergie auf Paprika:
Die Symptome treten meist unmittelbar nach dem Verzehr (innerhalb weniger Minuten) auf und werden als Orales Allergiesyndrom (OAS) bezeichnet:
- Juckreiz oder Brennen an Lippen, Zunge oder im Rachen.
- Schwellung der Schleimhäute im Mundbereich.
- Bläschenbildung an der Mundschleimhaut.
- Seltener: Fließschnupfen, Nesselsucht oder Magen-Darm-Beschwerden.
Was kann man tun?
- Erhitzen: Da die allergieauslösenden Proteine bei der Paprika (besonders im Zusammenhang mit Birke) oft hitzeempfindlich sind, wird die Paprika in gekochter, gebratener oder gedünsteter Form meist gut vertragen.
- Schälen: Manchmal hilft es, die Haut der Paprika zu entfernen, da die Konzentration der Allergene dort oft am höchsten ist.
- Sortenwahl: Gelegentlich werden grüne Paprika schlechter vertragen als vollreife rote (oder umgekehrt), dies variiert jedoch individuell.
Hinweis: Wenn Sie schwere Reaktionen wie Atemnot oder Kreislaufprobleme bemerken, sollten Sie die Paprika strikt meiden und einen Allergologen aufsuchen.