Warum kann der Verzehr von Honig für Menschen mit einer Pollenallergie gefährlich sein?

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Der Verzehr von Honig kann für Pollenallergiker aus einem einfachen Grund gefährlich sein: Honig enthält von Natur aus winzige Mengen an Pollen.

Obwohl Honig hauptsächlich aus Frucht- und Traubenzucker sowie Wasser besteht, gelangen bei der Ernte durch die Bienen zwangsläufig Pollenrückstände der besuchten Pflanzen in das Endprodukt.

Hier sind die Details, warum dies für Allergiker zum Problem werden kann:

1. Das Orale Allergiesyndrom (OAS)

Die häufigste Reaktion ist das sogenannte orale Allergiesyndrom. Da die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum direkt mit den im Honig enthaltenen Pollenallergenen in Kontakt kommen, kann es unmittelbar zu folgenden Symptomen kommen:

  • Kribbeln oder Brennen auf der Zunge und an den Lippen.
  • Schwellungen der Schleimhäute im Mund- und Rachenraum.
  • Juckreiz im Hals.

2. Gefahr eines anaphylaktischen Schocks

In seltenen, extremen Fällen kann der Verzehr von Honig bei hochgradigen Allergikern eine systemische Reaktion auslösen. Das bedeutet, die allergische Reaktion beschränkt sich nicht nur auf den Mund, sondern betrifft den ganzen Körper. Dies kann zu Nesselsucht, Atemnot oder im schlimmsten Fall zu einem anaphylaktischen Schock (einem lebensbedrohlichen Kreislaufversagen) führen.

3. Kreuzreaktivitäten

Viele Menschen mit einer Pollenallergie leiden unter Kreuzallergien. Das Immunsystem verwechselt dabei die Proteine bestimmter Lebensmittel mit denen der Pollen.

  • Birkenpollen-Allergiker reagieren oft auf Frühjahrshonig, der Pollen von Obstblüten oder Hasel enthalten kann.
  • Beifuß-Allergiker müssen besonders vorsichtig sein, da Beifuß-Pollen oft in Spätsommerhonig vorkommen und die Allergene sehr potent sind.

4. Herkunft des Honigs

Besonders riskant kann Honig aus fernen Ländern (z. B. Südamerika oder Asien) sein. Dieser enthält Pollen von Pflanzen, die hierzulande nicht heimisch sind. Das Immunsystem ist nicht an diese speziellen Proteine gewöhnt, was unerwartet heftige Reaktionen auslösen kann.

5. Das Risiko der „selbstgemachten“ Hyposensibilisierung

Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass Allergiker täglich einen Löffel regionalen Honig essen sollten, um sich gegen die Pollen zu immunisieren (ähnlich einer ärztlichen Hyposensibilisierung). Das ist gefährlich, weil:

  • Die Pollenkonzentration im Honig schwankt und nicht standardisiert ist.
  • Man die Dosis nicht kontrollieren kann.
  • Anstatt den Körper zu gewöhnen, kann man eine schwere allergische Reaktion provozieren.

Fazit

Wer weiß, dass er eine ausgeprägte Pollenallergie hat, sollte beim Verzehr von naturbelassenem Honig vorsichtig sein.

  • Tipp: Wenn Sie allergisch sind, probieren Sie Honig nur in sehr kleinen Mengen.
  • Wichtig: Stark gefilterter oder erhitzter Honig (Industriehonig) enthält oft weniger aktive Pollenallergene als Bio-Honig oder Honig direkt vom Imker, schmeckt aber oft auch weniger aromatisch.

Hinweis: Bei bekannter schwerer Allergie sollte vor dem Verzehr Rücksprache mit einem Allergologen gehalten werden.