Warum verursachen Zwiebeln bei vielen Menschen nach dem Verzehr Blähungen?

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Dass Zwiebeln (und auch Knoblauch) Blähungen verursachen, liegt hauptsächlich an ihrer chemischen Zusammensetzung und der Art und Weise, wie unser Verdauungssystem diese Stoffe verarbeitet.

Hier sind die wichtigsten Gründe:

1. Fruktane (FODMAPs)

Der Hauptgrund sind sogenannte Fruktane. Das sind komplexe Kohlenhydrate (Mehrfachzucker), die aus Ketten von Fruchtzuckermolekülen bestehen.

  • Das Problem: Dem menschlichen Dünndarm fehlt das Enzym, um diese Fruktanketten aufzuspalten.
  • Die Folge: Die Fruktane wandern unverdaut weiter in den Dickdarm. Dort stürzen sich die natürlich vorkommenden Darmbakterien auf diesen „Zucker“ und fermentieren ihn. Bei diesem Gärprozess entstehen als Abfallprodukt Gase (wie Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan), die zu Blähungen führen.

Zwiebeln gehören zur Gruppe der sogenannten FODMAPs (fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide und Polyole), die bei vielen Menschen mit empfindlichem Magen oder Reizdarmsyndrom Beschwerden auslösen.

2. Ballaststoffe (Inulin)

Zwiebeln sind sehr reich an Ballaststoffen, insbesondere an Inulin. Inulin ist ein löslicher Ballaststoff, der zwar sehr gesund für die Darmflora ist (Präbiotikum), aber ebenfalls im Dickdarm fermentiert wird und dabei Gase freisetzt. Werden plötzlich große Mengen an Ballaststoffen verzehrt, reagiert der Darm oft mit Luftansammlungen.

3. Schwefelverbindungen

Zwiebeln enthalten viele organische Schwefelverbindungen (die auch für den scharfen Geruch und das Tränen der Augen beim Schneiden verantwortlich sind). Diese Gase sorgen zwar nicht primär für die Menge der Blähungen, aber sie sind der Grund für den typischen, oft strengen Geruch der entweichenden Gase.


Was kann man dagegen tun?

Wenn du Zwiebeln liebst, aber die Blähungen vermeiden möchtest, helfen diese Tipps:

  1. Garen statt Rohverzehr: Rohe Zwiebeln sind deutlich schwerer verdaulich. Durch Kochen, Dünsten oder Braten werden die Fruktanketten teilweise aufgebrochen, was sie verträglicher macht.
  2. Gewürze hinzufügen: Kümmel, Fenchelsamen, Anis, Ingwer oder Kreuzkümmel helfen dem Darm, die Gase besser zu verarbeiten und wirken krampflösend.
  3. Langsam gewöhnen: Der Darm kann sich bis zu einem gewissen Grad an ballaststoffreiche Nahrung gewöhnen. Wer regelmäßig kleine Mengen isst, hat oft weniger Probleme als jemand, der nur selten Zwiebeln isst.
  4. Zwiebelersatz: Wenn die Unverträglichkeit stark ist (z. B. bei Reizdarm), kann man auf das Grün von Frühlingszwiebeln oder auf Schnittlauch ausweichen. Diese enthalten deutlich weniger Fruktane, liefern aber ein ähnliches Aroma.
  5. Natron: Eine kleine Prise Natron im Kochwasser kann die Zellstrukturen der Zwiebel schneller aufbrechen und sie bekömmlicher machen.