Welche Katastrophe ereignete sich im April 1945, die fast zur vollständigen Zerstörung des Stephansdoms führte?

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Die Katastrophe, die im April 1945 fast zur vollständigen Zerstörung des Wiener Stephansdoms führte, war ein verheerender Großbrand, der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs ausbrach.

Hier sind die Details zu den Ereignissen:

1. Der Zeitpunkt

Der Brand wütete zwischen dem 11. und 13. April 1945, während der Schlacht um Wien, als die Rote Armee die Stadt bereits weitgehend eingenommen hatte.

2. Die Ursache (Kein direkter Beschuss)

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme wurde der Dom nicht durch direkten Artilleriebeschuss der Roten Armee oder durch alliierte Bomben zerstört. Die Katastrophe wurde durch Funkenflug ausgelöst:

  • In den umliegenden Häusern (insbesondere in geplünderten Geschäften in der Kärntner Straße und am Stock-im-Eisen-Platz) hatten Zivilisten oder abrückende Truppen Feuer gelegt.
  • Starker Wind trug die Funken auf das riesige, damals noch aus Holz bestehende Dach des Doms.
  • Da die Wasserleitungen zerstört waren und die Feuerwehr aufgrund der Kämpfe kaum einsatzfähig war, konnte das Feuer nicht gelöscht werden.

3. Das Ausmaß der Zerstörung

Das Feuer richtete katastrophale Schäden an:

  • Der Dachstuhl: Das riesige Lärchenholz-Dachwerk verbrannte vollständig. Das glühende Material stürzte in das Kirchenschiff.
  • Die Pummerin: Die berühmte große Glocke stürzte aus dem brennenden Glockenstuhl des Nordturms ab und zerschellte am Boden.
  • Der Innenraum: Die große Orgel (Riesenorgel) wurde zerstört, ebenso das wertvolle gotische Chorgestühl (Rollinger-Chorgestühl von 1448).
  • Gewölbe: Teile des Gewölbes stürzten ein, insbesondere über dem Chorraum.

4. Ein verweigerter Befehl

Ein wichtiger Aspekt der Geschichte ist, dass der deutsche Stadtkommandant Sepp Dietrich zuvor den Befehl gegeben hatte, den Dom mit Artillerie „nur mehr in Schutt und Asche“ zu legen. Der Wehrmachtshauptmann Gerhard Klinkicht verweigerte diesen Befehl jedoch und rettete den Dom damit vor der totalen Vernichtung durch direkten Beschuss.

5. Wiederaufbau

Nach dem Krieg wurde der Stephansdom zum Symbol des österreichischen Wiederaufbaus. Bereits 1952 konnte er feierlich wiedereröffnet werden. Das neue Dach wurde jedoch nicht mehr aus Holz, sondern aus einer Stahlkonstruktion gefertigt, um künftige Brände zu verhindern.