Welche Inhaltsstoffe in Deosprays lösen häufig allergische Hautreaktionen aus?
Allergische Hautreaktionen auf Deosprays (Kontaktdermatitis) sind relativ häufig, da die Haut in den Achselhöhlen besonders dünn und durch Rasur oft gereizt ist.
Hier sind die Inhaltsstoffe, die am häufigsten für allergische Reaktionen verantwortlich sind:
1. Duftstoffe (Parfüm)
Duftstoffe sind die Hauptursache für Kontaktallergien bei Deodorants. In der EU müssen 26 besonders allergene Duftstoffe namentlich auf der Packung stehen, wenn sie eine bestimmte Konzentration überschreiten. Dazu gehören:
- Linalool, Limonene und Citral: Oft in Zitrusdüften enthalten.
- Geraniol und Citronellol: Häufig in blumigen Düften.
- Cinnamal (Zimtaldehyd) und Eugenol: Würzigere Duftnoten.
- Eichenmoos-Extrakt (Evernia Prunastri Extract): Ein sehr starkes Allergen.
2. Konservierungsstoffe
Damit Deosprays nicht verkeimen, werden Konservierungsmittel zugesetzt. Einige davon sind als Allergene bekannt:
- Parabene: (z. B. Methylparaben, Ethylparaben) – zwar seltener allergen als früher gedacht, aber dennoch ein potenzieller Auslöser.
- Methylisothiazolinon (MIT): Ein starkes Allergen, das in Sprays mittlerweile seltener verwendet wird, aber in vielen Kosmetika vorkommt.
- Phenoxyethanol: Ein gängiger Ersatz für Parabene, der bei empfindlichen Personen Reizungen auslösen kann.
3. Ätherische Öle
Viele Menschen greifen zu „natürlichen“ Deos oder Naturkosmetik, um Chemie zu vermeiden. Doch gerade ätherische Öle enthalten hochkonzentrierte Allergene:
- Teebaumöl: Kann bei Oxidation auf der Haut stark allergisierend wirken.
- Zitrusöle (Bergamotte, Zitrone): Können in Verbindung mit Sonnenlicht (UV-Strahlung) zudem phototoxische Reaktionen auslösen.
4. Antibakterielle Wirkstoffe
Um Geruchsbildung durch Bakterien zu verhindern, werden Desinfektionsmittel eingesetzt:
- Triclosan: Gilt als potenziell allergieauslösend und steht zudem wegen seiner Wirkung auf die Umwelt und den Hormonhaushalt in der Kritik.
- Farnesol: Ein Wirkstoff, der gleichzeitig als Duftstoff fungiert und Allergien auslösen kann.
5. Aluminiumsalze (eher Reizung als Allergie)
- Aluminium Chlorohydrate: Sie verursachen streng genommen seltener eine echte Allergie (Immunreaktion), lösen aber oft eine Irritationsdermatitis aus. Sie verengen die Schweißdrüsen, was zu Entzündungen, Juckreiz und Rötungen führen kann, besonders auf frisch rasierter Haut.
6. Alkohol
- Alcohol denat.: Alkohol wird als Lösungsmittel und zur Erfrischung genutzt. Er ist kein klassisches Allergen, trocknet die Haut aber stark aus und zerstört die Schutzbarriere. Dies macht es anderen Allergenen leichter, in die Haut einzudringen und Reaktionen auszulösen.
Was kann man tun?
- Sensitive-Produkte: Achten Sie auf den Hinweis „ohne Parfüm“ oder „für empfindliche Haut“.
- INCI-Liste prüfen: Wenn Sie wissen, worauf Sie reagieren (z. B. Linalool), meiden Sie Produkte mit diesem Inhaltsstoff.
- Kein Deo nach der Rasur: Warten Sie mindestens 24 Stunden mit dem Sprühen, wenn Sie die Achseln frisch rasiert haben, um die Barrierefunktion der Haut zu schonen.
- Hautarzt-Test: Bei hartnäckigen Ausschlägen kann ein Epikutantest beim Hautarzt klären, welcher Stoff genau die Allergie auslöst.
Hinweis: Ein „Dermatologisch getestet“-Siegel bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt frei von Allergenen ist. Es sagt lediglich aus, dass Tests durchgeführt wurden.