Welche Inhaltsstoffe in Sonnenschutzcremes können allergische Hautreaktionen auslösen?

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Sonnenschutzmittel sind für den Schutz der Haut essenziell, enthalten aber oft eine Vielzahl von chemischen und pflanzlichen Stoffen, die bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen können.

Man unterscheidet dabei meist zwischen einer Kontaktallergie (Reaktion direkt durch den Stoff) und einer photoallergischen Reaktion (der Stoff wird erst durch UV-Strahlung allergen).

Hier sind die häufigsten Inhaltsstoffe, die Probleme verursachen können:

1. Chemische UV-Filter

Dies ist die häufigste Gruppe von Auslösern für Allergien in Sonnencremes. Besonders kritisch sind:

  • Octocrylene: Ein sehr verbreiteter Filter, der häufig Kontaktallergien auslöst. Zudem steht er in der Kritik, da er mit der Zeit in das potenziell krebserregende Benzophenon zerfallen kann.
  • Oxybenzon (Benzophenone-3): Einer der bekanntesten Allergie-Auslöser unter den UV-Filtern. Er wird auch mit hormonellen Wirkungen in Verbindung gebracht.
  • Avobenzon (Butyl Methoxydibenzoylmethane): Ein Standard-UVA-Filter, der bei manchen Menschen Reaktionen hervorruft.
  • Benzophenone (1 bis 12): Diese Gruppe wird häufig für photoallergische Reaktionen verantwortlich gemacht.
  • Zimtsäuren (Cinnamate): Wie z. B. Octyl Methoxycinnamate.
  • PABA (Para-Aminobenzoesäure): Früher ein Hauptauslöser für Allergien, wird heute in modernen Sonnenschutzmitteln in der EU kaum noch verwendet.

2. Duft- und Parfümstoffe

Parfüm ist einer der Hauptgründe für Hautirritationen und Allergien in Kosmetika allgemein.

  • Achten Sie auf Bezeichnungen wie Linalool, Limonene, Geraniol oder Citronellol.
  • Auch natürliche ätherische Öle können starke Allergene sein.
  • Empfehlung: Für Allergiker gibt es oft „parfümfreie“ Produkte.

3. Konservierungsstoffe

Damit die Creme in der Hitze nicht verdirbt, werden Konservierungsmittel zugesetzt:

  • Methylisothiazolinone (MI): Ein bekanntes, starkes Allergen, das in vielen Pflegeprodukten reduziert oder verboten wurde, aber in manchen Formeln noch vorkommen kann.
  • Parabene: (z. B. Methylparaben, Ethylparaben) Sie gelten zwar als relativ gut verträglich, stehen aber wegen ihrer hormonähnlichen Wirkung in der Kritik und können in seltenen Fällen Allergien auslösen.
  • Phenoxyethanol: Kann bei sehr sensibler Haut reizend wirken.

4. Emulgatoren (Mallorca-Akne)

Hier handelt es sich oft nicht um eine klassische Allergie, sondern um eine entzündliche Reaktion (Acne aestivalis):

  • PEG-Emulgatoren (Polyethylenglykol): In Kombination mit UV-Strahlung und körpereigenem Talg können sie Entzündungen der Haarfollikel (kleine Pickelchen) auslösen.
  • Menschen, die zu Mallorca-Akne neigen, sollten fett- und emulgatorfreie Gele verwenden.

5. Wollwachsalkohol (Lanolin)

In manchen reichhaltigeren Sonnencremes wird Lanolin als Pflegestoff verwendet. Dies ist ein bekanntes Kontaktallergen für Menschen mit empfindlicher Haut oder Ekzemen.


Was sind die Alternativen?

Wenn Sie allergisch reagieren, sollten Sie auf mineralische (physikalische) Sonnenschutzmittel umsteigen.

  • Wirkstoffe: Titandioxid oder Zinkoxid.
  • Vorteil: Diese Stoffe ziehen nicht in die Haut ein, sondern bilden einen Schutzfilm auf der Oberfläche, der das Licht reflektiert. Sie lösen fast nie Allergien aus.
  • Nachteil: Sie können einen weißen Schleier auf der Haut hinterlassen („Weißel-Effekt“), sofern sie nicht in Nanogröße vorliegen (Nano-Partikel müssen auf der Packung deklariert werden).

Tipps für Allergiker:

  1. Inhaltsstoffe prüfen: Nutzen Sie Apps wie "CodeCheck" oder "ToxFox", um die INCI-Liste zu scannen.
  2. Patch-Test: Tragen Sie eine kleine Menge der neuen Creme in der Ellenbeuge auf und warten Sie 24 bis 48 Stunden ab.
  3. Apotheken-Produkte: Produkte für „Sonnenallergiker“ verzichten meist auf Fette, Emulgatoren und Parfüm.
  4. Hautarzt: Bei einer starken Reaktion kann ein Epikutantest beim Hautarzt genau klären, welcher Inhaltsstoff das Problem ist.