Welche Inhaltsstoffe sorgen in Trockenshampoo für den mattierenden Effekt?
Der mattierende Effekt bei Trockenshampoo entsteht primär durch feinstaubige Pulver, die überschüssiges Fett (Talg) und Feuchtigkeit von der Kopfhaut und den Haaren aufsaugen wie ein Schwamm.
Hier sind die wichtigsten Inhaltsstoffe, die für diesen Effekt verantwortlich sind:
1. Stärken (Pflanzliche Basis)
Dies sind die am häufigsten verwendeten Inhaltsstoffe. Sie sind sanft zur Kopfhaut und haben eine hohe Saugkraft.
- Reisstärke (Oryza Sativa Starch): Gilt als besonders effektiv, da die Partikel sehr fein sind und wenig Rückstände hinterlassen.
- Maisstärke (Zea Mays Starch): Ein klassischer, günstiger Wirkstoff zur Fettabsorption.
- Tapiokastärke: Wird oft für ein leichteres Gefühl im Haar verwendet.
- Kartoffelstärke: Seltener, aber ebenfalls möglich.
2. Mineralien und Erden
Diese Stoffe sorgen nicht nur für Mattierung, sondern geben dem Haar oft auch mehr Griff und Volumen.
- Kaolin (Tonerde/Heilerde): Eine weiße Mineralerde, die extrem stark fettabsorbierend wirkt.
- Kieselsäure (Silica): Sorgt für ein seidig-mattes Finish und hilft dabei, das Haar voluminöser erscheinen zu lassen.
- Talkum (Talc): Ein klassisches Mineralpuder. Es ist sehr effektiv, steht aber manchmal wegen Reinheitsfragen in der Kritik. Viele moderne Hersteller verzichten mittlerweile darauf.
- Magnesiumstearat: Unterstützt die Haftung des Pulvers am Haar und wirkt mattierend.
3. Hilfsstoffe für die Verteilung
Damit die oben genannten Puder nicht verklumpen und sich fein auf dem Haar verteilen, werden oft Lösungsmittel eingesetzt:
- Alkohol (Alcohol denat.): Er dient als Trägerstoff. Der Alkohol verdunstet in Sekunden nach dem Aufsprühen, kühlt die Kopfhaut und hilft dabei, dass sich die Puderpartikel gleichmäßig verteilen. Zudem entzieht er dem Haar kurzzeitig Feuchtigkeit, was den Matt-Effekt verstärkt.
Wie funktioniert der Effekt genau?
Das Geheimnis liegt in der Adsorption. Die Puderpartikel haben eine sehr große Oberfläche im Verhältnis zu ihrer Größe. Wenn sie auf das Haar treffen, lagern sich die Ölmoleküle des Talgs an die Oberfläche der Puderpartikel an. Sobald man das Trockenshampoo einmassiert oder ausbürstet, entfernt man die "fettbeladenen" Partikel, und zurück bleibt eine trockene, matte Haaroberfläche.
Ein kleiner Nachteil: Genau diese Inhaltsstoffe sorgen bei dunklem Haar oft für den bekannten "Grauschleier". Deshalb gibt es mittlerweile Trockenshampoos mit Farbpigmenten (z. B. Eisenoxide), die auf die jeweilige Haarfarbe abgestimmt sind.