Inwiefern können Aluminiumsalze in Deosprays die Schweißporen verstopfen?

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Aluminiumsalze (meist Aluminiumchlorohydrat) sind der aktive Wirkstoff in sogenannten Anti-Transpirantien. Im Gegensatz zu herkömmlichen Deodorants, die nur den Geruch überdecken, reduzieren Anti-Transpirantien die Schweißbildung aktiv.

Hier ist der genaue Prozess, wie diese Salze die Schweißporen „verstopfen“:

1. Die chemische Reaktion auf der Haut

Wenn das Deospray auf die Haut aufgetragen wird, kommen die Aluminiumsalze mit der Feuchtigkeit (dem Schweiß) in Kontakt. Durch den Kontakt mit Wasser und dem leicht sauren pH-Wert der Haut lösen sich die Salze zunächst auf.

2. Bildung eines Gel-Pfropfens

Sobald die Aluminiumsalze in die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen eindringen, verändert sich der pH-Wert (er steigt leicht an). Dies führt dazu, dass die gelösten Aluminiumsalze ausflocken und einen gelartigen Komplex bilden.

Man kann sich das wie einen winzigen, weichen „Pfropfen“ oder einen Deckel vorstellen, der sich in den obersten Schichten des Schweißdrüsengangs festsetzt.

3. Mechanische Blockade

Dieser Gel-Pfropfen verengt oder verschließt den Ausgang der Schweißdrüse mechanisch. Dadurch kann der Schweiß nicht mehr ungehindert an die Hautoberfläche treten. Die Schweißproduktion selbst wird in der Tiefe der Drüse zwar nicht sofort gestoppt, aber der Abfluss wird drastisch reduziert.

4. Dauer der Wirkung

Die Verstopfung ist nicht permanent:

  • Abschilferung: Die Haut regeneriert sich ständig. Mit der Zeit werden die verstopften Hornzellen und der Gel-Pfropfen durch die natürliche Hauterneuerung nach oben abgestoßen.
  • Waschen: Durch Waschen und Duschen wird ein Teil der Barriere ebenfalls mechanisch entfernt. Deshalb lässt die Wirkung nach 24 bis 48 Stunden nach, und das Produkt muss erneut aufgetragen werden.

Zusammenfassung der Vorteile und Bedenken

  • Vorteil: Es ist die effektivste Methode gegen starkes Schwitzen (Hyperhidrose) und verhindert die Geruchsbildung, da Bakterien ohne Schweiß keine Nahrungsgrundlage haben.
  • Kritik: Jahrelang gab es Diskussionen, ob das Aluminium über die Haut in den Körper gelangt und Krankheiten wie Brustkrebs oder Alzheimer begünstigen könnte.
    • Aktueller Stand der Wissenschaft (BfR & SCCS): Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gab 2020 Entwarnung. Neuere Studien zeigen, dass durch die gesunde Hautbarriere deutlich weniger Aluminium aufgenommen wird als früher vermutet. Der Großteil des Aluminiums, den wir aufnehmen, stammt aus der Nahrung, nicht aus dem Deo.

Tipp: Um Hautreizungen zu vermeiden, sollte man aluminiumhaltige Deos nicht direkt nach der Rasur auftragen, da die Barrierefunktion der Haut dann kurzzeitig gestört ist und die Salze ein Brennen verursachen können.

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