Sind Aluminiumsalze in Deodorants gesundheitlich bedenklich?

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Die Frage, ob Aluminiumsalze in Deodorants (genauer gesagt in Antitranspirantien) gesundheitsschädlich sind, wurde über Jahre hinweg intensiv und kontrovers diskutiert.

Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand (Stand 2024) gibt es jedoch eine weitgehende Entwarnung. Hier ist die Zusammenfassung der aktuellen Erkenntnisse:

1. Die Entwarnung durch Behörden (BfR und SCCS)

Lange Zeit warnten Institutionen wie das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor einer zu hohen Aufnahme von Aluminium über die Haut. Doch im Jahr 2020 revidierte das BfR seine Einschätzung aufgrund neuer Studien:

  • Geringe Aufnahme über die Haut: Neue Untersuchungen zeigten, dass deutlich weniger Aluminium durch die Haut in den Körper gelangt, als früher angenommen wurde.
  • Beitrag zur Gesamtbelastung minimal: Der Anteil, den Antitranspirantien zur täglichen Aluminiumbelastung beitragen, ist laut BfR verschwindend gering und gesundheitlich unbedenklich.

Auch der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) kam zu dem Schluss, dass die Verwendung von Aluminiumsalzen in Kosmetikprodukten in den üblichen Konzentrationen sicher ist.

2. Zusammenhang mit Brustkrebs und Alzheimer

Zwei Hauptsorgen standen oft im Raum:

  • Brustkrebs: Es gab die Theorie, dass Aluminiumsalze über die Haut nahe der Brust eindringen und das Erbgut verändern oder hormonähnlich wirken könnten. Wissenschaftlicher Stand: Es gibt keine epidemiologischen Studien, die einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Nutzung von aluminiumhaltigen Deos und der Entstehung von Brustkrebs belegen konnten.
  • Alzheimer-Erkrankung: Aluminium ist ein Nervengift, wenn es in hohen Dosen im Körper vorliegt. Ein Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit wurde oft vermutet, konnte aber in Bezug auf Deodorants nie wissenschaftlich nachgewiesen werden.

3. Was ist mit frisch rasierter Haut?

Obwohl die Aufnahme durch gesunde Haut minimal ist, wurde lange empfohlen, aluminiumhaltige Deos nicht direkt nach der Rasur aufzutragen. Durch kleine Mikroverletzungen könnte theoretisch mehr Aluminium in den Körper gelangen. Das BfR sieht jedoch selbst hier mittlerweile kein signifikantes Risiko mehr, rät aber aus Vorsorgegründen (und wegen möglicher Hautreizungen) dazu, bei verletzter oder gereizter Haut vorsichtig zu sein.

4. Woher kommt das Aluminium im Körper wirklich?

Die Hauptquelle für Aluminium im menschlichen Körper ist nicht das Deo, sondern die Nahrung und das Trinkwasser. Aluminium kommt natürlich in vielen Lebensmitteln vor. Zudem können unbeschichtete Aluminium-Feldflaschen, Grillschalen oder Alufolie (in Verbindung mit säurehaltigen oder salzigen Lebensmitteln) die Aufnahme erhöhen.

5. Der Unterschied: Deodorant vs. Antitranspirant

Es ist wichtig, zwischen zwei Produkttypen zu unterscheiden:

  • Deodorant (ohne Aluminium): Es überdeckt Gerüche mit Duftstoffen oder bekämpft geruchsbildende Bakterien. Es verhindert das Schwitzen nicht.
  • Antitranspirant (mit Aluminiumsalzen): Die Aluminiumsalze ziehen die Schweißdrüsen vorübergehend zusammen und bilden einen pfropfenartigen Verschluss, sodass weniger Schweiß austritt.

Fazit

Nach aktuellem Kenntnisstand ist die Verwendung von aluminiumhaltigen Deos gesundheitlich unbedenklich.

Wer dennoch unsicher ist oder auf den natürlichen Prozess des Schwitzens nicht verzichten möchte, findet heute in jedem Drogeriemarkt eine riesige Auswahl an "Aluminium-frei" gekennzeichneten Deodorants. Diese verhindern zwar nicht die Nässebildung, wirken aber effektiv gegen den Geruch.