Welche gesundheitlichen Bedenken gibt es bei Deodorants mit Aluminiumsalzen?

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Die Diskussion um Aluminiumsalze in Deodorants (genauer gesagt in Antitranspirantien) wird seit Jahren intensiv geführt. Dabei stehen vor allem zwei schwere Krankheiten im Fokus, aber auch die allgemeine Belastung des Körpers mit Metallen.

Hier ist eine Übersicht der gesundheitlichen Bedenken und der aktuelle Stand der Wissenschaft:

1. Verdacht auf Brustkrebs

Dies ist die am häufigsten geäußerte Sorge. Die Theorie besagt, dass Aluminiumsalze über die Haut (besonders nach der Rasur) in den Körper gelangen, dort eine östrogenähnliche Wirkung entfalten und das Wachstum von Krebszellen in der Nähe der Achselhöhle begünstigen könnten.

  • Wissenschaftlicher Stand: Bisher konnten große epidemiologische Studien keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Nutzung von aluminiumhaltigen Deos und der Entstehung von Brustkrebs nachweisen.

2. Verdacht auf Alzheimer-Krankheit

Es gab Hypothesen, dass eine erhöhte Aluminiumaufnahme zur Ablagerung von Plaques im Gehirn beitragen könnte, was wiederum Alzheimer auslösen oder verschlimmern könnte.

  • Wissenschaftlicher Stand: Zwar wurde in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten teilweise eine erhöhte Aluminiumkonzentration gefunden, es ist jedoch unklar, ob dies eine Ursache oder eine Folge der Erkrankung ist. Ein direkter Zusammenhang mit Deodorants gilt heute als unwahrscheinlich.

3. Aufnahme über die Haut (Die Entwarnung des BfR)

Lange Zeit war unklar, wie viel Aluminium tatsächlich durch die Haut in den Blutkreislauf gelangt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) war hier früher sehr vorsichtig.

  • Aktueller Stand (seit 2020): Neue Studien haben gezeigt, dass die Haut eine viel stärkere Barriere darstellt als früher angenommen. Nur ein winziger Bruchteil des Aluminiums wird aufgenommen. Das BfR gab 2020 Entwarnung: Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den täglichen Gebrauch von aluminiumhaltigen Antitranspiranten sind nach aktuellem wissenschaftlichem Stand unwahrscheinlich.

4. Akute Hautirritationen

Dies ist ein sehr reales und weniger umstrittenes Problem. Aluminiumsalze wirken zusammenziehend (astringierend). Das kann bei empfindlichen Personen zu folgenden Problemen führen:

  • Juckreiz und Brennen.
  • Hautrötungen oder Entzündungen der Schweißdrüsen.
  • Besonders auf frisch rasierter Haut ist das Risiko für Irritationen hoch, da die Barrierefunktion gestört ist.

5. Allgemeine Aluminium-Gesamtbelastung

Aluminium nehmen wir nicht nur durch Deos auf, sondern vor allem über die Nahrung (Trinkwasser, Lebensmittel, unbeschichtetes Kochgeschirr). Da Aluminium bei Menschen mit Nierenerkrankungen schlechter ausgeschieden werden kann, sollten diese Personen besonders auf ihre Gesamtaufnahme achten.


Was sagen die Behörden heute?

Sowohl das deutsche BfR als auch der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) kommen zu dem Schluss, dass der Beitrag von Deodorants zur Gesamtexposition von Aluminium im Körper gering ist. Die Hauptaufnahmequelle bleibt die Nahrung.

Tipps für Verbraucher:

  1. Unterscheidung: "Deodorants" (ohne Aluminium) überdecken nur den Geruch. "Antitranspirantien" (mit Aluminium) unterdrücken die Schweißbildung.
  2. Nicht auf frisch rasierte Haut: Auch wenn das Krebsrisiko als gering gilt, sollten aluminiumhaltige Produkte nicht auf verletzte oder frisch rasierte Haut aufgetragen werden, um Irritationen und eine erhöhte Aufnahme zu vermeiden.
  3. Alternativen: Wer ganz sichergehen möchte, findet heute ein riesiges Sortiment an aluminiumfreien Deos (gekennzeichnet mit „0% Aluminium“), die meist auf Natron, Zink oder ätherischen Ölen basieren.

Fazit: Nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand sind Aluminiumsalze in Deos bei gesunden Menschen weniger gefährlich als lange Zeit vermutet. Die großen Ängste (Krebs/Alzheimer) konnten wissenschaftlich nicht belegt werden.