Welche gesundheitlichen Beschwerden verursacht der hohe Säuregehalt in Weißwein?

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Der hohe Säuregehalt in Weißwein (vor allem Weinsäure, Äpfelsäure und Milchsäure) kann bei empfindlichen Personen oder bei übermäßigem Konsum verschiedene gesundheitliche Beschwerden verursachen. Weißwein ist in der Regel säurereicher als Rotwein, was ihn für den Magen-Darm-Trakt belastender machen kann.

Hier sind die häufigsten Beschwerden im Detail:

1. Sodbrennen und Reflux

Dies ist die häufigste Beschwerde. Die Säure im Wein erhöht den Säuregrad im Magen. Zudem entspannt der im Wein enthaltene Alkohol den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen (Ösophagus-Sphinkter). Dadurch kann saurer Mageninhalt leichter nach oben steigen, was zu einem brennenden Schmerz hinter dem Brustbein führt.

2. Reizung der Magenschleimhaut

Menschen mit einem empfindlichen Magen oder einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) reagieren oft mit Schmerzen, Übelkeit oder einem Druckgefühl auf die Säure. Die Säure greift die schützende Schleimschicht des Magens an und kann bestehende Entzündungen verschlimmern.

3. Zahnschmelz-Erosion

Säure hat die Eigenschaft, Kalzium aus dem Zahnschmelz zu lösen (Demineralisation). Da Weißwein oft einen niedrigen pH-Wert (zwischen 3,0 und 3,5) hat, kann häufiger Konsum den Zahnschmelz aufweichen.

  • Wichtig: Putzen Sie sich nicht direkt nach dem Weintrinken die Zähne, da der aufgeweichte Schmelz sonst regelrecht „abgeschrubbt“ wird. Warten Sie mindestens 30 bis 60 Minuten.

4. Darmbeschwerden

Bei manchen Menschen führt die Säure in Kombination mit dem Zucker und dem Alkohol im Wein zu einer beschleunigten Darmpassage. Dies kann Blähungen oder weichen Stuhl (bis hin zu Durchfall) verursachen.

5. Verstärkung von Unverträglichkeiten

Oft wird die Säure für Beschwerden verantwortlich gemacht, die eigentlich andere Ursachen haben:

  • Histaminintoleranz: Weißwein enthält zwar weniger Histamin als Rotwein, aber Alkohol und Säure können die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut erhöhen und den Abbau von Histamin hemmen, was zu Kopfschmerzen oder Hautrötungen führt.
  • Sulfite: Diese werden zur Konservierung zugesetzt und können bei empfindlichen Personen asthmatische Beschwerden oder Nesselsucht auslösen.

Tipps für Genießer mit säureempfindlichem Magen:

  1. Rebsorte wählen: Greifen Sie zu säurearmen Rebsorten.
    • Säurearm: Grauburgunder (Pinot Grigio), Weißburgunder, Silvaner, Müller-Thurgau, Gutedel.
    • Säurereich: Riesling, Sauvignon Blanc, Elbling.
  2. Anbaugebiet: Weine aus wärmeren Regionen haben oft weniger Säure als solche aus kühlen Gebieten.
  3. Viel Wasser trinken: Trinken Sie zu jedem Glas Wein mindestens die gleiche Menge stilles Wasser, um die Säure zu verdünnen.
  4. Essen: Trinken Sie Wein nicht auf nüchternen Magen. Fetthaltige Speisen oder Brot können die Säure puffern.
  5. Qualität: Hochwertige Weine haben oft eine besser eingebundene Säure als billige Massenweine, die künstlich geschwefelt oder mit unreifen Trauben produziert wurden.

Hinweis: Wenn Sie regelmäßig nach dem Weingenuss starke Schmerzen haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um eine chronische Gastritis oder ein Geschwür auszuschließen.

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