Welche Faktoren können das Ergebnis eines Ovulationstests verfälschen?
Ein Ovulationstest (LH-Test) misst den Anstieg des Luteinisierenden Hormons (LH) im Urin. Da dieser Test auf hormonellen Veränderungen basiert, gibt es eine Reihe von Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen oder verfälschen können.
Hier sind die wichtigsten Faktoren im Überblick:
1. Die Urinkonzentration (Flüssigkeitsaufnahme)
Dies ist die häufigste Fehlerquelle. Wenn Sie kurz vor dem Test viel Wasser oder andere Flüssigkeiten trinken, wird der Urin verdünnt. Die Konzentration des LH sinkt dadurch unter die Nachweisgrenze des Tests, was zu einem falsch-negativen Ergebnis führen kann.
- Tipp: Etwa 2 bis 3 Stunden vor dem Test wenig trinken und den Urin nicht zu oft ablassen.
2. Der Zeitpunkt des Testens
Im Gegensatz zum Schwangerschaftstest ist der Morgenurin für Ovulationstests meist nicht ideal. Das LH wird erst im Laufe des Tages gebildet und ist oft erst am Nachmittag oder frühen Abend in höchster Konzentration im Urin messbar.
- Tipp: Die meisten Hersteller empfehlen die Testdurchführung zwischen 10:00 und 20:00 Uhr.
3. Medikamente
Bestimmte Medikamente können das Ergebnis direkt beeinflussen:
- Hormonbehandlungen: Medikamente, die LH oder das Schwangerschaftshormon hCG enthalten (z. B. zum Auslösen des Eisprungs wie Ovitrelle oder Brevactid), führen zu falsch-positiven Ergebnissen.
- Antibiotika oder Schmerzmittel: Diese beeinflussen das Ergebnis normalerweise nicht.
- Hormonelle Verhütung: Wenn Sie gerade erst die Pille abgesetzt haben, kann der Zyklus noch sehr unregelmäßig sein, was das Testen erschwert.
4. Medizinische Zustände (Hormonstörungen)
Einige körperliche Voraussetzungen können dazu führen, dass der LH-Spiegel dauerhaft erhöht ist oder unnatürlich schwankt:
- PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom): Frauen mit PCOS haben oft einen dauerhaft erhöhten LH-Spiegel. Der Test könnte daher fast immer „positiv“ anzeigen, ohne dass tatsächlich ein Eisprung stattfindet.
- Andere Hormonstörungen: Probleme mit der Schilddrüse oder den Nebennieren können den Hormonhaushalt stören.
- Beginnende Wechseljahre (Perimenopause): Hier steigt der LH-Spiegel oft an, da der Körper versucht, die nachlassende Eierstockfunktion zu stimulieren.
5. Eine bestehende Schwangerschaft
Das Hormon LH ist chemisch sehr eng mit dem Schwangerschaftshormon hCG verwandt. Ovulationstests können nicht zuverlässig zwischen den beiden unterscheiden. Wenn Sie schwanger sind, wird der Ovulationstest fast immer fett positiv anzeigen. (Dies wird in Internetforen oft als „Orakeln“ bezeichnet, ist aber kein sicherer Schwangerschaftsnachweis).
6. Kurze LH-Spitzen (LH-Peak)
Bei manchen Frauen ist der LH-Anstieg sehr kurz (nur wenige Stunden). Wenn man nur einmal am Tag testet, kann es sein, dass man den Moment des Anstiegs genau verpasst hat. Der Test bleibt dann negativ, obwohl ein Eisprung stattfindet.
- Tipp: In der fruchtbaren Phase eventuell zweimal täglich (morgens und abends) testen.
7. Qualität und Sensitivität der Tests
Nicht jeder Test passt zu jeder Frau. Es gibt Tests mit unterschiedlichen Sensitivitäten (z. B. 10 mIU/ml, 20 mIU/ml oder 40 mIU/ml).
- Ist die Sensitivität zu hoch (10 mIU/ml) für Ihren Körper, ist der Test ständig positiv.
- Ist sie zu niedrig (40 mIU/ml), zeigt der Test vielleicht nie eine deutliche Linie, obwohl ein Eisprung stattfindet.
8. Anwendungsfehler
- Ablesezeit: Wenn der Test zu spät abgelesen wird (z. B. nach 30 Minuten), können Verdunstungslinien entstehen.
- Lagerung: Die Tests sollten nicht zu heiß oder zu kalt gelagert werden und das Verfallsdatum sollte nicht überschritten sein.
Zusammenfassend: Wenn Sie trotz regelmäßigen Zyklus kein positives Ergebnis erhalten oder der Test dauerhaft positiv ist, kann es helfen, die Sensitivität der Teststreifen zu wechseln oder zur Sicherheit eine Temperaturmethode (NFP) zur Kontrolle hinzuzuziehen.