Warum sollte für die Durchführung eines Ovulationstests vorzugsweise kein Morgenurin verwendet werden?
Im Gegensatz zu Schwangerschaftstests, bei denen Morgenurin ideal ist, wird für die Durchführung von Ovulationstests (LH-Tests) meist empfohlen, keinen Morgenurin zu verwenden.
Hier sind die drei Hauptgründe dafür:
1. Der Zeitpunkt der LH-Produktion
Das Luteinisierende Hormon (LH), das den Eisprung auslöst, wird vom Körper meistens in den frühen Morgenstunden (etwa zwischen 4:00 und 8:00 Uhr) produziert und ins Blut abgegeben. Es dauert jedoch einige Stunden, bis dieses Hormon vom Blut in den Urin gelangt. Wenn Sie direkt nach dem Aufstehen testen, ist der LH-Anstieg im Urin oft noch gar nicht nachweisbar.
2. Zu hohe Konzentration (Falsch-positive Ergebnisse)
Morgenurin ist sehr stark konzentriert, da man über Nacht normalerweise nichts trinkt. Da im Körper einer Frau immer eine gewisse Basismenge an LH vorhanden ist, kann die hohe Konzentration im Morgenurin dazu führen, dass der Test eine zweite Linie anzeigt, die "positiv" aussieht, obwohl der eigentliche LH-Anstieg für den Eisprung noch gar nicht stattgefunden hat. Dies führt zu falsch-positiven Ergebnissen.
3. Die Gefahr, den Anstieg zu verpassen
Da der LH-Spiegel im Laufe des Tages schnell ansteigen und auch wieder abfallen kann (der sogenannte "LH-Peak"), ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, diesen Anstieg zwischen dem späten Vormittag und dem frühen Abend zu erfassen.
Tipps für die richtige Durchführung:
- Beste Uhrzeit: Testen Sie idealerweise zwischen 10:00 Uhr und 20:00 Uhr. Viele Experten empfehlen die Zeit um den Mittag oder den frühen Nachmittag.
- Trinkmenge reduzieren: Trinken Sie etwa zwei Stunden vor dem Test nicht mehr viel, um den Urin nicht zu stark zu verwässern.
- Regelmäßigkeit: Führen Sie den Test jeden Tag etwa zur gleichen Uhrzeit durch, um die Ergebnisse besser vergleichen zu können.
- Gebrauchsanweisung beachten: Es gibt moderne digitale Tests (z. B. von Clearblue), die so konzipiert sind, dass sie doch mit Morgenurin funktionieren. In diesem Fall sollten Sie sich strikt an die Packungsbeilage halten. Bei den klassischen Teststreifen bleibt die Regel „kein Morgenurin“ jedoch bestehen.