Gibt es bekannte Nebenwirkungen bei der Durchführung einer Milchsäure-Kur?

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Eine Milchsäure-Kur (meist in Form von Vaginalzäpfchen oder Gelen) wird in der Regel zur Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung eines gesunden, sauren pH-Werts der Intimflora eingesetzt. Da Milchsäure ein natürlicher Bestandteil des Körpers ist, gilt die Anwendung als sehr sicher und gut verträglich.

Trotzdem können, wie bei jedem Medizinprodukt, Nebenwirkungen auftreten. Hier sind die bekanntesten:

1. Häufige, meist harmlose Nebenwirkungen

  • Leichtes Brennen oder Jucken: Besonders wenn die Schleimhaut bereits durch eine Infektion (z. B. Blasenentzündung, Pilzinfektion) oder durch Trockenheit gereizt oder leicht entzündet ist, kann das Auftragen der Milchsäure anfangs ein kurzes Brennen verursachen. Dies lässt meist nach wenigen Minuten nach.
  • Verstärkter Ausfluss: Da sich Zäpfchen oder Gele im Körper verflüssigen, tritt ein Teil des Produkts wieder aus der Scheide aus. Dies ist kein echter Ausfluss im Sinne einer Infektion, sondern lediglich das Trägermaterial des Produkts. (Tipp: Slipeinlagen verwenden).

2. Seltene Nebenwirkungen

  • Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen können Anwenderinnen allergisch auf Inhaltsstoffe reagieren (nicht unbedingt auf die Milchsäure selbst, sondern auf Hilfsstoffe wie Glykogen oder Konservierungsmittel). Anzeichen sind Rötungen, starke Schwellungen oder anhaltendes Jucken.
  • Reizung der Harnröhre: Bei sehr empfindlichen Personen kann das saure Milieu kurzzeitig die Harnröhrenmündung reizen, was ein unangenehmes Gefühl beim Wasserlassen verursachen kann.

3. Besonderheiten & Kontraindikationen

  • Kinderwunsch: Ein sehr saures Milieu kann die Beweglichkeit von Spermien einschränken. Wenn Sie gerade versuchen, schwanger zu werden, sollten Sie die Kur nicht unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr anwenden.
  • Bestehende Infektionen: Eine Milchsäure-Kur ist kein Ersatz für ein Antibiotikum (bei bakterieller Vaginose) oder ein Antimykotikum (bei Scheidenpilz). Wenn eine akute, schwere Infektion vorliegt, kann die reine Milchsäure die Symptome manchmal sogar kurzzeitig verschlimmern, da sie die bereits wunde Schleimhaut reizt. In solchen Fällen sollte erst die Infektion behandelt und die Milchsäure im Anschluss zum Wiederaufbau genutzt werden.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Die Anwendung ist in der Regel unbedenklich und wird oft sogar empfohlen, um Infektionen vorzubeugen. Dennoch sollte man dies kurz mit dem Frauenarzt abklären.

Wann sollten Sie die Anwendung abbrechen?

Sollten die Beschwerden (Brennen, Juckreiz) nicht nach den ersten Anwendungen nachlassen oder sich sogar verschlimmern, ist es ratsam, das Produkt abzusetzen und einen Frauenarzt aufzusuchen. Es könnte sein, dass eine Infektion vorliegt, die eine spezifische medikamentöse Behandlung erfordert.

Zusammenfassend: Die Nebenwirkungen sind meist lokal begrenzt und klingen schnell ab. Die Kur gilt als eine der sanftesten Methoden, um die Intimgesundheit zu unterstützen.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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