Welche Bedeutung hat eine VDE-Zertifizierung bei den Griffen von Zangen?

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Die VDE-Zertifizierung bei Zangengriffen ist ein entscheidendes Sicherheitsmerkmal für jeden, der an elektrischen Anlagen arbeitet. Sie besagt, dass das Werkzeug von der VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH nach strengen Normen geprüft wurde und einen Schutz gegen elektrische Gefahren bietet.

Hier sind die wichtigsten Bedeutungen und Aspekte im Detail:

1. Schutz vor elektrischem Schlag

Die wichtigste Bedeutung ist der Schutz des Anwenders. VDE-zertifizierte Zangen sind für das Arbeiten an oder in der Nähe von unter Spannung stehenden Teilen zugelassen.

  • Spannungsgrenzen: Die Griffe isolieren zuverlässig bis 1.000 Volt Wechselspannung (AC) und 1.500 Volt Gleichspannung (DC).

2. Prüfung nach internationalen Normen (IEC 60900)

Das VDE-Zeichen garantiert, dass das Werkzeug die Anforderungen der internationalen Norm IEC 60900 (bzw. EN 60900) erfüllt. Jedes einzelne Werkzeug muss dabei harte Prüfverfahren bestehen:

  • Stückprüfung im Wasserbad: Jede Zange wird in einem Wasserbad mit 10.000 V AC geprüft. Nur wenn kein Strom durch die Isolierung fließt (Durchschlagprüfung), erhält sie das Siegel. Das bedeutet: Die Sicherheit bei 1.000 V ist mit einem 10-fachen Sicherheitsfaktor geprüft.
  • Kälteschlagprüfung: Die Isolierung wird bei -25 °C mit Schlägen belastet. Sie darf dabei nicht brechen oder reißen.
  • Haftfestigkeit: Es wird geprüft, ob die Isolierung fest auf der Zange sitzt und sich nicht durch Ziehen oder Hitze ablöst.
  • Entflammbarkeit: Das Material der Griffe muss schwer entflammbar sein.
  • Druckprüfung: Auch unter mechanischer Belastung (Druck) muss die Isolationsfähigkeit erhalten bleiben.

3. Rechtliche und berufsgenossenschaftliche Relevanz

Für professionelle Elektriker ist die Verwendung von VDE-zertifiziertem Werkzeug oft zwingend vorgeschrieben.

  • Arbeitsschutz: Die Berufsgenossenschaften (BG) schreiben vor, dass für Arbeiten unter Spannung nur isolierte Werkzeuge nach IEC 60900 verwendet werden dürfen.
  • Haftung: Kommt es zu einem Unfall mit nicht zertifiziertem Werkzeug, kann dies zum Verlust des Versicherungsschutzes führen und rechtliche Konsequenzen für den Arbeitgeber oder den Ausführenden haben.

4. Erkennungsmerkmale

Man erkennt eine echte VDE-Zange an drei Merkmalen, die dauerhaft auf dem Griff eingeprägt sein müssen:

  1. VDE-Logo: Das bekannte Dreieck mit den Buchstaben VDE.
  2. Doppeldreieck mit 1000 V: Das Symbol für die Eignung zum Arbeiten unter Spannung.
  3. Normbezeichnung: Der Hinweis auf die Norm IEC 60900.

5. Ergonomie und Qualität

Obwohl das VDE-Siegel primär ein Sicherheitszertifikat ist, steht es indirekt auch für Qualität. Da die Hersteller ihre Produkte für die Zertifizierung aufwendig prüfen lassen müssen, handelt es sich meist um hochwertige Werkzeuge aus speziellem Werkzeugstahl, die auch in puncto Langlebigkeit und Ergonomie (Zweikomponenten-Griffe) überzeugen.

Fazit: Die VDE-Zertifizierung ist bei Zangengriffen die „Lebensversicherung“ für den Anwender. Wer im Bereich von Steckdosen, Schaltschränken oder Leitungen arbeitet, sollte niemals auf die charakteristischen rot-gelben Griffe mit VDE-Prüfzeichen verzichten.