Was versteht man unter dem Begriff Güterumschlag?

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Unter Güterumschlag versteht man in der Logistik den Prozess des Wechselns von Gütern zwischen verschiedenen Transportmitteln oder zwischen einem Transportmittel und einem Lager.

Einfach gesagt: Es geht um das Be-, Ent- und Umladen von Waren.

Hier sind die wichtigsten Aspekte im Detail:

1. Der Platz im logistischen System

Der Güterumschlag bildet zusammen mit dem Transport und der Lagerung die sogenannten TUL-Prozesse, die Kernfunktionen der Logistik. Der Umschlag ist dabei oft die Schnittstelle zwischen diesen Bereichen.

2. Was genau passiert beim Umschlag?

Der Umschlagsprozess umfasst meist mehrere Teilschritte:

  • Entladen: Die Ware kommt per LKW, Bahn, Schiff oder Flugzeug an und wird abgeladen.
  • Sortieren/Umpacken: Die Güter werden nach Zielen oder Kunden neu geordnet (oft in Verteilzentren).
  • Zwischenlagern: Wenn das nächste Transportmittel noch nicht bereitsteht, wird die Ware kurzzeitig auf einer Umschlagsfläche abgestellt.
  • Beladen: Die Ware wird auf das neue Transportmittel verladen.

3. Wo findet Güterumschlag statt?

Umschlagspunkte sind strategisch wichtige Knotenpunkte im Transportnetz:

  • Seehäfen: Wechsel von Hochseeschiffen auf Züge, LKWs oder Binnenschiffe.
  • Flughäfen: Wechsel von Flugzeugen auf LKWs (Air Cargo).
  • Güterbahnhöfe: Wechsel zwischen Schiene und Straße.
  • Logistikzentren: Hier werden Waren oft von großen Fernverkehr-LKWs auf kleinere Lieferwagen für die "letzte Meile" umgeschlagen.

4. Arten des Umschlags

Man unterscheidet je nach Art der Güter:

  • Stückgutumschlag: Einzelne Pakete, Kisten oder Paletten (oft manuell oder mit Gabelstaplern).
  • Schüttgutumschlag: Lose Ware wie Getreide, Kohle oder Sand (mit Kränen, Förderbändern oder Saugvorrichtungen).
  • Flüssigumschlag: Öl, Chemikalien oder Gase (über Pipelines und Pumpen).
  • Containerumschlag: Standardisierte Behälter (mit speziellen Containerbrücken/Krananlagen).

5. Warum ist der Güterumschlag so wichtig?

  • Schnittstelle: Er ermöglicht den kombinierten Verkehr (z. B. Schiene + Straße), was oft kostengünstiger oder umweltfreundlicher ist.
  • Kostenfaktor: Da beim Umschlag viel Personal und teures Equipment (Kräne, Stapler) nötig sind, ist dies oft ein teurer Teil der Logistikkette. Ziel ist es daher, die „Umschlagshäufigkeit“ zu erhöhen und die Liegezeiten kurz zu halten.
  • Cross-Docking: Eine moderne Form des Umschlags, bei der Waren direkt vom Wareneingang zum Warenausgang geleitet werden, ohne sie überhaupt einzulagern.

Zusammenfassend: Güterumschlag ist immer dann, wenn Waren „angefasst“ werden, um sie von einem Transportmittel zum nächsten (oder ins Lager) zu bewegen.

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