Was versteht man unter dem Begriff "Starklakritz"?

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Unter dem Begriff Starklakritz versteht man in Deutschland Lakritzprodukte, die einen erhöhten Gehalt an Ammoniumchlorid (umgangssprachlich auch Salmiak genannt) aufweisen.

Hier sind die wichtigsten Details zur Definition, Kennzeichnung und gesundheitlichen Aspekten:

1. Der entscheidende Inhaltsstoff: Ammoniumchlorid

Normales Lakritz enthält meist nur geringe Mengen oder gar kein Ammoniumchlorid. Starklakritz hingegen zeichnet sich durch den typischen scharf-salzigen Geschmack aus, der durch dieses Salz entsteht.

2. Gesetzliche Grenzwerte und Kennzeichnung

In Deutschland ist die Kennzeichnung von ammoniumchloridhaltigem Lakritz streng geregelt (gemäß den Leitsätzen für feine Backwaren bzw. den Beurteilungsmerkmalen für Süßwaren):

  • Bis 2 % Ammoniumchlorid: Gilt als normales Lakritz und benötigt keinen speziellen Warnhinweis.
  • Über 2 % bis 4,49 % Ammoniumchlorid: Muss als „Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz“ gekennzeichnet werden.
  • Über 4,49 % bis 7,99 % Ammoniumchlorid: Muss als „Extra starkes Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz“ gekennzeichnet werden.

Produkte mit einem Gehalt von über 8 % Ammoniumchlorid dürfen in Deutschland in der Regel nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden, da sie als gesundheitlich bedenklich eingestuft werden (sie finden sich manchmal in Apotheken oder im Ausland, z. B. in Skandinavien oder den Niederlanden, wo die Regeln teils lockerer sind).

3. Warum der Warnhinweis?

Der Hinweis „Kein Kinderlakritz“ hat zwei Hauptgründe:

  1. Stoffwechsel: Ammoniumchlorid kann in größeren Mengen den Säure-Basen-Haushalt des Körpers beeinflussen und zu einer Übersäuerung des Blutes (Azidose) führen. Kinder reagieren darauf wesentlich empfindlicher als Erwachsene.
  2. Blutdruck und Mineralstoffe: Lakritz enthält zudem Glycyrrhizin (aus der Süßholzwurzel). Dieser Stoff kann bei übermäßigem Verzehr den Mineralhaushalt stören (Kaliumverlust), was zu Bluthochdruck, Wassereinlagerungen und Herzrhythmusstörungen führen kann. Starklakritz wird oft in einem Kontext konsumiert, bei dem auch der Glycyrrhizin-Gehalt höher ist.

4. Geschmack und Herkunft

Starklakritz ist besonders in Nordeuropa beliebt (Skandinavien, Island, Niederlande und Norddeutschland). Während „normales“ Lakritz eher süß oder mild-herb ist, schmeckt Starklakritz:

  • Salzig
  • Prickelnd bis scharf auf der Zunge
  • Manchmal leicht metallisch

Fazit

Starklakritz ist also ein Genussmittel für Erwachsene, das aufgrund seines hohen Salmiak-Gehalts gesetzlich deklarationspflichtig ist. Wer unter Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Problemen leidet, sollte auch bei Starklakritz vorsichtig sein und es nur in Maßen genießen.

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