Was passiert, wenn Unterlegkeile auf eisigem oder glattem Untergrund wegrutschen?

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Wenn Unterlegkeile auf eisigem oder glattem Untergrund wegrutschen, verliert das Fahrzeug seine Sicherung gegen unbeabsichtigtes Wegrollen. Das kann schwerwiegende Folgen haben, da die physikalische Barriere, die der Keil normalerweise bietet, wirkungslos wird.

Hier sind die Details dazu, was passiert und welche Gefahren bestehen:

1. Verlust der Haftreibung

Ein Unterlegkeil funktioniert durch das Prinzip der Keilwirkung und der Reibung. Das Gewicht des Fahrzeugs drückt den Reifen auf den Keil, und der Keil drückt auf den Boden. Auf trockenem Asphalt entsteht so eine enorme Haftreibung.

  • Auf Eis: Der Reibungswiderstand zwischen der Unterseite des Keils (meist Kunststoff oder Metall) und dem glatten Boden ist fast Null.
  • Die Folge: Sobald eine Kraft auf den Keil wirkt (z. B. durch Gefälle oder beim Beladen), schiebt das Fahrzeug den Keil einfach wie einen Schlitten vor sich her oder der Keil "flutscht" seitlich weg.

2. Unkontrolliertes Wegrollen

Wenn die Bremse gelöst wird oder versagt und die Keile wegrutschen:

  • Beschleunigung: Ein schweres Fahrzeug (LKW oder Anhänger) nimmt auf einem Gefälle sehr schnell an Fahrt auf.
  • Kinethische Energie: Aufgrund der großen Masse ist ein rollendes Fahrzeug kaum mehr aufzuhalten und entwickelt zerstörerische Kräfte.

3. Gefahren für Personen und Sachwerte

  • Quetschgefahr: Personen, die sich im Bereich des Fahrzeugs aufhalten oder gerade Be- und Entladearbeiten durchführen, können eingeklemmt werden.
  • Rammschäden: Das Fahrzeug kann gegen andere Autos, Gebäude oder Laderampen prallen.
  • Absturz: An Rampen oder Böschungen kann das Fahrzeug komplett abstürzen.

4. Rechtliche und versicherungstechnische Folgen

In Deutschland schreibt die StVZO (§ 41) vor, dass bestimmte Fahrzeuge (z.B. Anhänger über 750 kg oder LKW über 4 t) Unterlegkeile mitführen und benutzen müssen.

  • Wenn die Keile aufgrund eines ungeeigneten Untergrunds wegrutschen, kann dies als mangelnde Sicherung ausgelegt werden.
  • Versicherungen können die Haftung einschränken, wenn grobe Fahrlässigkeit vorliegt (z. B. wenn man weiß, dass es spiegelglatt ist, aber keine zusätzlichen Maßnahmen ergreift).

Wie verhindert man das Wegrutschen auf Eis?

Wenn du auf glattem Untergrund sichern musst, reichen Standardkeile oft nicht aus. Folgende Maßnahmen helfen:

  1. Untergrund vorbereiten: Eis an der Stelle, wo der Keil liegen soll, weghacken oder großzügig mit Sand, Splitt oder Salz abstumpfen.
  2. Spezialkeile mit Spikes: Es gibt Unterlegkeile aus Stahl, die an der Unterseite mit scharfen Zähnen oder Spikes ausgestattet sind, die sich ins Eis bohren.
  3. Gummimatten: Eine dicke Gummimatte (Antirutschmatte aus der Ladungssicherung) unter den Keil zu legen, kann die Reibung deutlich erhöhen.
  4. Zusätzliche Sicherung: Den Gang einlegen (bei PKW) und die Feststellbremse maximal anziehen. Bei Anhängern darauf achten, dass die Bremsbeläge nicht festgefroren sind (was die Bremswirkung beim Abstellen vortäuschen kann).

Fazit: Ein wegrutschender Unterlegkeil ist so wirkungslos wie gar kein Keil. Auf glattem Boden ist daher besondere Vorsicht geboten und der Untergrund muss zwingend vorbehandelt werden.

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