Was ist Selbstbräuner und wie funktioniert die chemische Reaktion auf der Haut?

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Selbstbräuner sind kosmetische Produkte (Cremes, Sprays, Gele oder Mousses), die der Haut eine bräunliche Farbe verleihen, ohne dass dafür schädliche UV-Strahlung (Sonne oder Solarium) nötig ist.

Hier ist die genaue Erklärung, wie die chemische Reaktion auf deiner Haut abläuft:

1. Der Hauptwirkstoff: DHA

Der wichtigste Inhaltsstoff in fast allen Selbstbräunern ist Dihydroxyaceton (DHA). Dabei handelt es sich um einen einfachen Zucker (ein Kohlenhydrat), der oft aus pflanzlichen Quellen wie Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen wird.

2. Die chemische Reaktion: Die Maillard-Reaktion

Wenn du den Selbstbräuner aufträgst, findet auf der Hautoberfläche eine chemische Reaktion statt, die man in der Chemie als Maillard-Reaktion bezeichnet.

  • Der Vorgang: Das DHA reagiert mit den freien Aminosäuren und Proteinen (vor allem Keratin) in der obersten Schicht deiner Haut.
  • Das Ergebnis: Bei dieser Reaktion entstehen braun gefärbte Pigmente, die sogenannten Melanoidine.

Interessanter Fakt: Die Maillard-Reaktion ist genau derselbe Prozess, der beim Backen von Brot für die braune Kruste oder beim Braten eines Steaks für die Bräunung und das Aroma sorgt. Beim Selbstbräuner passiert das allerdings bei Körpertemperatur und ohne Hitze.

3. Wo genau findet die Bräunung statt?

Die Reaktion begrenzt sich ausschließlich auf die oberste Schicht der Epidermis, das sogenannte Stratum corneum (die Hornschicht). Das sind abgestorbene Hautzellen. Da das DHA nicht tiefer in die lebenden Hautschichten eindringt, gilt die Anwendung als gesundheitlich unbedenklich.

4. Zeitablauf und Dauer

  • Entwicklung: Die Reaktion beginnt sofort, aber die sichtbare Färbung dauert meist 2 bis 6 Stunden, bis sie ihre volle Intensität erreicht.
  • Haltbarkeit: Da die Bräune nur in der obersten Schicht der "toten" Hautzellen sitzt, verschwindet sie von selbst wieder. Durch den natürlichen Erneuerungsprozess der Haut werden diese Zellen nach und nach abgeschilfert. Nach etwa 3 bis 7 Tagen ist die Bräune meist komplett verblasst.

5. Ein zweiter Wirkstoff: Erythrulose

In manchen hochwertigen Produkten ist zusätzlich Erythrulose enthalten.

  • Dies ist ebenfalls ein Zucker, der aber langsamer reagiert als DHA.
  • Der Vorteil: Die Bräune wird gleichmäßiger, hält etwas länger und der typische "Selbstbräuner-Geruch" (der bei der chemischen Reaktion von DHA entsteht) ist weniger stark ausgeprägt.

Wichtige Hinweise zum Verständnis:

  1. Kein Melanin: Die Bräune durch Selbstbräuner hat nichts mit dem körpereigenen Pigment Melanin zu tun, das durch UV-Licht produziert wird.
  2. Kein Lichtschutzfaktor: Eine "Fake-Bräune" schützt die Haut nicht vor Sonnenbrand. Du hast zwar eine braune Farbe, aber die Haut ist gegenüber UV-Strahlen genauso empfindlich wie vorher.
  3. Geruch: Der charakteristische Geruch, den viele Selbstbräuner nach dem Auftragen entwickeln, ist das Resultat der chemischen Reaktion (Maillard-Reaktion) mit deinen individuellen Haut-Aminosäuren. Deshalb riecht derselbe Selbstbräuner bei jedem Menschen etwas anders.
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